Die Dame mit dem Vrden
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Aus dem Englischen von G. Bergmann (Fortsetzung)
Hiroshima, den 25. März 1902 >ch bin heute im siebenten Himmel. Gerade als ich glaubte, mein schöner Traum von einem freien Kindergarten müsse aufgegeben werden, kamen die Schecks von zu Hause an. Das hast du ganz famos gemacht, sie alle so dafür zu interessieren, und es ist herrlich, wie sie beigesteuert haben. Aber warum hast du es Jack gesagt? Er I hatte nicht soviel senden sollen. Ich würde es zurückschicken, hätte ich nicht Angst, daß ich ihn verletzen könnte.
Mein Kopf wimmelt von Plänen! Wir werden die Schule sofort eröffnen, und da gibt es hunderterlei zu bedenken. Trotz allem Heimweh und aller Einsamkeit und Sehnsucht nach euch Geliebten würde ich jetzt nicht heimkehren, auch wenn ich könnte! Es ist das Bewußtsein, daß ich hier nützlich bin, daß ein großes Vorhaben nicht ausgeführt wird, wenn ich es nicht tue; dadurch kommen meine kleinen Wünsche und Bedürfnisse einfach außer Frage.
Gestern hatten wir die Mütter eingeladen, und ich muß heute noch manchmal über sie lachen. Es scheint, sie hielten es für passend, ihren Beifall durch Feierlichkeit kundzugeben. Nachdem Tee und Kuchen herumgereicht waren, saßen sie mäuschenstill da. Nicht ein Wort, nicht ein Lächeln war aus ihnen herauszubringen. Als ichs nicht mehr aushalten konnte, erklärte ich Miß Lessing, daß ich jetzt auf jeden Fall das Eis brechen wolle. Mit Hilfe eines Dolmetschers teilte ich allen mit, daß wir ein amerikanisches Spiel versuchen wollten, und fragte, ob sie uns ihren geehrten Beistand dazu leihen würden. Dann rief ich dreißig unsrer Schulmädchen herein und sagte ihnen, sie sollten jede eine der Mütter zum Hüpfen auffordern. Die Mütter waren natürlich zu höflich, um abzulehnen, und so begann der Spaß nach der Melodie: Mister Johnson, laßt mich los! Miß Dixon konnte es nicht im Zinimer aushalten vor Lachen. Die Alten und die Jungen, die Dicken und die Dünnen kapierten den Spaß und hüpften und sprangen im Kreise herum mit der größten Begeisterung. Als sie nicht mehr konnten, spielten wir alle zusammen Katze in der Ecke und der Plumpsack geht rum. Dabei lachten und schwatzten sie wie eine Schar Kinder. Vier Stunden waren sie da, und heute sammeln wir den Verlornen Haarschmuck.
Über meinem Tische hängt dein kleines Bild: Der Pfad, der sich endlich wendet! Du sagtest immer, daß sich auch mein Pfad einmal wenden müsse, und siehe! er hat mich auf eine breite Straße geführt, bepflanzt mit Kirschbäumen und Visteria. Aber Liebe, nun mußt du nicht glauben, es seien keine Pfützen und Löcher mehr da; ach genug! Wenn ich die vor mir sehe, gehe ich vorsichtig drum herum oder klettere halt auf den Zaun!
Gegenwärtig ist man sehr aufgeregt wegen der Kriegsaussichten. Die Soldaten exerzieren zu Hunderten, und die Hörner blasen den ganzen Tag. Es länft mir jedesmal kalt den Rücken hinunter, aber Miß Lessing sagt, es wird nichts daraus