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Nietzsche noch einmal
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Nietzsche noch einmal

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>s hieße sich zum Mitschuldigen an der Überschätzung Nietzsches machen, wollte man über den Zank der Nietzschegelehrten über Bernoullis Werk berichten.^) Für einen Racheakt gegen Frau Förster einen solchen nennen es deren Mannen wären !die tausend Seiten großen Formats doch wohl ein bißchen zu viel Arbeit, Mir hat die Lektüre des zweiten Bandes (der uns mit seinen schwarzen Rechtecken einmal zeigt, wie ein von der russischen Zensur zuge­richtetes Buch aussieht) das im 36, Heft cmsgesprochne Urteil bestätigt. Das Werk verdient Dank, denn es befähigt cinch solche, die Nietzsches Werke nicht gelesen haben, zu einem abschließenden Urteil über ihn, Nietzsche wird ein wichtiger Gegenstand der Betrachtung und Forschung für alle Zeiten bleiben, denn er gibt fast allen Kultnrfragen der Gegenwart die schärfste, eine mit­unter übertrieben scharfe Formulierung ohne eine einzige zu beantworten, weshalb er nicht Führer, sondern nur lebendige Enzyklopädie sein kann. Aber weil er die Fragen, Ansichten und Strömungen nicht als Gelehrter registriert, sondern erlebt und als Erlebnisse mit leidenschaftlicher Heftigkeit hervorstößt und heraussprudelt, ja daran zugrunde geht, ist er zugleich das interessanteste psychologische Phänomen: ein Saiteninstrument von so feiner und starker Resonanz, daß kein Ton in der Kulturwelt erklingen kann, ohne daß es vernehmlich und mitunter schrill und kreischend mit erklingt. Ein andres Bild gebraucht er selbst in einem Briefe an Peter Gast:In Paris ist eine Aus­stellung für Elektrizität: ich sollte eigentlich dort sein, als Ausstellungs­gegenstand," Das ergibt denn die ungeheuerlichsten Disharmonien und Kon­traste.Zeugnisse aus dem Munde gebildeter, sogar kränklicher Damen und aus dem Munde einer zeitgenössischen Autorität auf dem Gebiete der christ­lichen Ethik ^Professor Jnlins Kaftans sprechen Nietzsche selbst in seinen letzten gesunden Tagen noch vollkommne Lauterkeit und Feinheit der Empfindung zu! Dies zusammengehalten mit der ebensowenig wegzuleugnenden Tatsache, daß wir es bei dem Nietzsche der nachzarathustrischen Schriften mit einem ausge­pichten, unverbesserlichen Fanatiker zu tun haben Dernoulli stellt ihn als

-5) Franz Overbeck und Friedrich Nietzsche, eine Freundschaft, Von Carl Albrecht Bernoulli. Zweiter Band, mit Porträt und zwei Beilagen, Jena, Eugen Diederichs, 1908. Friedrich Nietzsches Briefe an Peter Gast, herausgegeben von Peter Gast. Leipzig, Jnselverlag, 1908, Neue Rundschau, November 1908- Briefe Nietzsches an Mutter und Schwester Herbst 1887 bis Frühling 1838,