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Samoa und die Soaner
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Zur Umgestaltung des Rechtsstudiums

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Jedenfalls sind wir überzeugt, daß auf diese oder ähnliche Weise, wenn man nur ernsthaft will, noch reichlich Land freigemacht werden könnte für euro­päische Kulturen. Denn bei den heutigen Ergebnissen der wirtschaftlichen Ent­wicklung können wir doch unmöglich stehn bleiben. Mit ganzen vierhundert deutschen Ansiedlern ist Samoa keine deutsche Kolonie, und um der schönen Augen der Samoaner willen kolonisieren wir doch nicht, um so weniger, als diese allein aus dem Lande nichts machen werden, wenn man sie wie bisher fortwursteln läßt.

Wir wollen den gegenwärtigen Zwischenfall nicht allzu tragisch nehmen, denn es schadet immerhin nichts, wenn die Samoaner wieder einmal sehen, daß auch wir außer den im Jahre 1889 im Hafen von Apia untergegangnen Kreuzern Adler und Eber noch ein paar anständige Kriegsschiffe besitzen und den Amerikanern, die unlängst mit ihrem Pazifikgeschwader vor Apia para­dierten, wenn es gilt, an Macht nicht nachstehn.

Aber wir wollen wenigstens daraus lernen, daß man eineeingebornen- erhaltende" Politik nur treiben darf, wenn man sich vor den Eingebornen in Respekt gesetzt und die Machtmittel hat, diesen Respekt auch zu erhalten. Hoffen wir, daß die Negierung endlich die oben angedeuteten Folgerungen aus dem Vorfall ziehen wird. Es ist immerhin Gefahr im Verzug. Ein andermal könnte ein solches Abenteuer minder harmlos ausgehn. Das Denkmal der 1888 gefallnen deutschen Seesoldaten in Apia bleibt eine ernste Mahnung, die wir nicht außer acht lassen dürfen.

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> o wenig sonst ein jüngerer Jurist berufen und befugt ist, zu einer so weittragenden uud bedeutenden Frage wie der im Titel ge­nannten das Wort zu ergreifen, so hat er doch gerade hier selbst vor den ältesten Fachleuten eines voraus: die Unmittelbarkeit Ider Erfahrung an der eignen Person. Nur zu bald leider ver­ernt der Lehrer den Standpunkt des Schülers, und doch kann von nirgend her die pädagogische Seite seiner Tätigkeit fruchtbarer beeinflußt werden. Wer dies als Lehrer ignoriert, läuft Gefahr, das Verständnis seiner Schüler, die geistige Fühlung mit ihnen völlig zu verlieren.

Es ist mir immer ungerecht erschienen, die Studierenden der Rechtswissen­schaft allein oder auch nur in erster Linie für den anerkanntermaßen in dieser Fakultät herrschenden Mangel an Eifer verantwortlich zu machen. Wie für einen großen Teil der Studierenden, zum Beispiel die angehenden Verwaltungs­beamten, die Aussicht, in der spätern Berufsciusübung von den Früchten des