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Das allslawische Problem und der deusche Nationalstaat. 2
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Städtische Anleihen und ihre Organisation

Moskowitertums. Wie heute die katholische Propaganda in den russischen Westgouvernements hauptsächlich von Galizien ausgeht, so muß ein demokratischer Slawenstaat auch die nationale Begehrlichkeit der Kleinrussen, Ruthenen, Ukrainer entwickeln, die in Rußland noch viel schlechter behandelt werden als die Ruthenen in Galizien.

Das hier angedeutete Problem ist uns in Deutschland so gut wie un­bekannt. Das einzige Organ, das uns bisher darüber unterrichtet hat, ist die Ruthenische Revue in Wien. Diese Unterweisung aber war und ist einseitig. Aus der Slawisierung Österreichs erwachse» dem Deutschen Reiche Pflichten, die wir heute noch gar nicht überschauen, denen wir uns aber wohl kaum werden entziehen können, wenn wir auf unsern stolzen Staatsbau die Be­zeichnungdeutscher Nationalstaat" auch fernerhin mit Recht anwenden wollen.

Die Aufgabe, die sich in dieser Beziehung gegenwärtig für uns ergibt, ist das Studium slawischer Verhältnisse in Österreich, der Lage der Litauer, Kleinrussen und Juden in Galizien und Rußland. Dieses Studium sollte nicht der Wissenschaft allein vorbehalten bleiben, die gewöhnlich xost tsLwin, kommt, sondern vor allen Dingen der nationalen Presse aufgetragen werden. Die Presse soll wenigstens nach dem Vorbilde der englischen einwand­freies Material zusammentragen, damit es die berufnen Politiker der Regierung und der Parlamente im gegebnen Augenblick zur Hand haben. Das allslawische Problem ist keine Frage der Vergangenheit oder der Zukunft, sondern eine solche der Gegenwart.

Frieden«», Mitte Februar I.909

Städtische Anleihen und ihre Organisation

! er deutsche Städtetag hat sich im Jubiläumsjahre der preußischen Städteordnung aufs neue mit der Frage befaßt, auf welche Weise am besten die neuerdings ins Unendliche gewachsnen Kommunalanleihen beschafft werden können. Die Aufgabe der I Finnnzwirtschaft staatlicher und kommunaler Körperschaften besteht bekanntlich nicht in der bloßen Kunstfertigkeit, die Einnahmen mit den Aus­gaben der jeweiligen Finanzperiode in ein äußerliches Gleichgewicht zu bringen, als vielmehr darin, die Anforderungen und die Leistungsfähigkeit innerhalb der Wirtschaften in dauerndem Gleichgewicht zu erhalten. Hand in Hand mit den zunehmenden Aufwendungen geht die Frage nach der wirtschaftlichen Be-