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Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Naßgelitiches und Umnaßgediiches

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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel Berlin, 14. Februar 1909

(Ein Nachwort zum Besuch des englischen Königspaars. Das deutsch-fran­zösische Marokkoabkvmmeu. Die Lage im Orient. Die Finanzkommission des Reichs­tags. Die Etatsberatung. Straßendemonstrationen.)

Der Besuch des Königs Ednnrd ist vorüber und hat bei allen Beteiligten ungetrübte Befriedigung hinterlassen. Will man die Stimmung kurz bezeichnen, so darf man wohl sagen: es herrschte herzliche Wärme ohne Überschwenglichkeiten. Und das ist, was die vernünftigen Leute diesseits und jenseits des Kanals ge­wünscht und erhofft hatten. Es ist die Stimmung, in der man sich ans sachlicher Grundlage freundschaftlich verständigen kann, ohne fürchten zu müssen, daß die Rückkehr von der Festfreude zur Alltagsarbeit einen Rückschlag herbeiführt. Unsre Gäste haben uns gesehen, wie wir wirklich sind, nämlich von keiner Feindseligkeit uud keinem Hintergedanken erfüllt, daher aufrichtig bereit, iu die uns gebotne Hand einzuschlagen und an der Beseitigung von Mißverständnissen und überflüssigen Reibungen mitzuarbeiten, deshalb auch herzlich erfreut, einen Staatsakt zu erleben, der uns Gelegenheit gibt, dem Oberhaupt des britischen Reichs zu zeigen, daß wir Beweise der Höflichkeit und der freundlichen Gesinnung mit Ehrerbietung und Sympathie aufnehmen und erwidern. Wie sich die Folgen dieses Besnchs nun weiter gestalten werden, das ist jetzt natürlich schwer zn sagen. Es sind mehrfach politische Aussprachen gepflogen worden, außer den Herrschern selbst auch zwischen Fürst Bülow und Herrn v. Schön einerseits und Sir Charles Hardinge und Lord Crewe andrerseits, und wir hören, daß diese Unterredungen sehr befriedigende Eindrücke hinterlassen haben. Gewiß ist ja auf feiten der Regierungen der beste Wille zur Verständigung vorhanden; ob die öffentliche Meinung in England dieser Weisung folgen wird, das muß abgewartet werden. Die neusten Flottenforderungen in England werden noch jetzt damit begründet, daß die Vermehrung der deutschen Flotte diese Anstrengungen nötig mache. Da aber ein großer Teil der öffentlichen Meinung für solche übermäßigen Aufwendungen keineswegs begeistert ist, so ist man geneigt, Deutschland die Schuld dafür beizumesseu. Immer wieder taucht iu England die Hoffnuug auf, es werde sich vielleicht doch ein Abkommen mit Deutsch­land wegen Beschränkung der Rüstungen zur See treffen lassen. Jede Enttäuschung in dieser Richtung läßt den alten Argwohn immer wieder aufleben. Es ist nur die Frage, ob dieses Mißtranen auch uach dem Besuche König Eduards wieder den Sieg davontragen wird, oder ob endlich die Einsicht durchbrechen wird, daß der Flottenbau eine Angelegenheit ist, die jeder Staat nach seineu besondern Bedürf­nissen regeln muß. -

Wie es scheint, hat es in England besondre Genugtuung hervorgerufen, daß ein deutsch-französisches Abkommen über Marokko abgeschlossen worden ist. Diese Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich in einer Frage, die so lange Zeit den Gegenstand lebhafter Beunruhigung gebildet hat uud zeitweise sogar den Weltfrieden zu gefährden schien, wird fast überall im Auslande lebhaft begrüßt und als ein Zeichen der Beruhigung angesehen. Bei uns sind die Meinungen darüber geteilt, obwohl auch solche Beurteiler, die über diesen Ausgang der Ma­rokkofrage wenig erfreut sind, am letzten Ende eine gewisse Resignationsstimmung gewonnen haben und das Ergebnis etwa in dem Gedanken zusammenfassen:Die Sache ist ja doch nun einmal verpfuscht; gut, wenn sie wenigstens ein Ende hat." Dieses neue deutsch-französische Mnrvkkoabkommen stellt sich als eine Ergänzung