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Henriette Voigt : Erinnerungen aus dem Leipziger Musikleben zu Mendelssohns Zeit
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Henriette Voigt

Lriunerungen aus dein Leipziger Musikleben zu Mendelssohns Zeit von Julius Gensel

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Was vergangen, kehrt nicht wieder, Aber ging es leuchtend nieder, Leuchtets lange noch zurück.

iesc Zellen der Anfang des GedichtsErinnerung und Hoffnung" von Karl Förster zieren den Grabstein auf dem alten Johanuisfriedhofe, der die irdischen Reste von Henriette Voigt geb. Kuntze deckt. Fast sieben Jahrzehnte sind seit ihrem frühen Tode verflossen, aber noch heute lebt die Freundin Robert Schumanns und Felix Mendelssohns, eine Lichtgestalt, im Gedächtnis der Musikfreunde. Selber musikalisch ausgebildet und von glücklicher Fassungs­gabe, aber keusch zurückhaltend in ihrem Urteil und ihrem Spiel, stets bereit, teilnehmend zu hören, anzuregen, zu helfen, zu vermitteln, war sie während der Jahre 1834 bis 39 der seelische Mittelpunkt des Künstlerkreises, der den Rnf Leipzigs als Musikstadt neu begründete. Was ihre Freundschaft für Schumann bedeutet hat, ist aus dem veröffentlichten Briefwechsel zu ersehen. Noch bezeichnender ist das hohe Maß von Vertrauen, das ihr der fast vier Jahrzehnte ältere Hofrat Nochlitz, der welterfahrne Freund Goethes und Beet­hovens, schenkte. Aber auch in den zahlreichen Briefen von Taubert, Hauptmanu, Spohr und andern, die ans ihrem Nachlaß erhalten sind, sehen wir gleichsam das Spiegelbild der Empfängerin als einer edeln, liebenswerten Persönlichkeit.

Henriette Kuntze war am 24. November 1808 in Leipzig in dem am Brühl neben demHeilbrunnen" nach dem Hallischen Pförtchen zu gelegnen Hause geboren. Der Vater, Magister Karl Wilhelm Kuutze, gab an der Thomasschule französischen, daneben auch italienischen Unterricht. Zu seinen Schülern im Italienischen gehörte u. a. Karl Maria von Weber, der sich zwischen 1811 und 13, in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre stehend, großenteils in Leipzig aufhielt, und der die kleine Henriette öfters auf seinen Knien geschaukelt hat. Nach den Kriegen, deren Folgen lange auf der Stadt lasteten, war gar oft Schmalhans Küchenmeister im Hause. Noch härter wurde das Los der Familie, als sie im Mai 1817 den Ernährer verlor. Schon vorher war die Wohnung mit einer andern in einem Dachgeschoß nahe bei dem Juridikum Grenzboten I 1909 52