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Deutsch-slawische Beziehungen.
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Arbeiterbevölkerung, Sparkassen und Staatsschuld

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Der letzte größere politische Akt fand im vergangnen Sommer zu Prag statt, wo das polnisch-tschechische Schutz- und Trutzbündnis zum Kampf gegen das Deutschtum auf der ganzen Linie geschlossen wurde. Dieses Bündnis wird bemäntelt durch den stolzen Namen Allslawischer Bund, dessen einziges Binde­mittel der Neid und der Haß ist. den die Westslawen gegen die Tüchtigkeit, den Fleiß und den sich daraus ergebenden Wohlstand des Deutschtums hegen.

Meine Ausführungen bezwecken nicht, den nationalen Stolz meiner Lands­leute über alle Maßen zu steigern. Im Gegenteil, ich wollte durch die Vor­führung unsrer frühern Leistungen darauf hinweisen, wie wenig wir trotz unsern starken Fähigkeiten in der Gegenwart getan haben, die slawische Hochflut ab­zuwehren. Vor allen Dingen haben wir das Studium der slawischen Ver­hältnisse in den letzten dreißig Jahren arg vernachlässigt und es auch an den reichsdeutschen Universitäten slawischen Professoren überlassen. Man kann eine Gefahr nur dann bekämpfen, wenn man alle ihre Elemente kennt. Einige der wichtigern unter ihnen habe ich versucht zu meinem skizzenhaften Bilde zu ver­einigen. Hoffentlich ist es dazu angetan, das Interesse zu beleben und vor allen Dingen jüngere deutsche Vertreter der historischen und nationalökonomischen Wissenschaften für das Studium des slawischen Problems zu gewinnen. Berlin-Friedens», Anfang Dezember

GK

Arbeiterbevölkerung, Sparkassen und Staatsschuld

von Ernst Uirchberg

^ ie unser Reichskanzler Fürst Bülow in seiner Neichstagsrede vom 19. November 1908 zur Begründung der Finanzvorlagen der Regierung richtig hervorgehoben hat, ist die Ursache für die gegenwärtige bedauerliche Lage unsrer Finanzen in Deutschland im wesentlichen die, daß wir in den ersten Jahrzehnten des wirt­schaftlichen Aufschwungs in dem neu geeinten Deutschen Reich mit unsern Mitteln nicht genügend hausgehalten haben, daß in dieser kurzen Spanne Zeit, in der wir uns beinahe ohne Übergang bedeutend gesteigerten Einnahmen gegenüber sahen, der Sparsamkeitstrieb sowohl bei den einzelnen Staatsbürgern wie auch bei den Gemeinden, den Einzelstaaten und dem Reiche noch nicht zur richtigen Entfaltung gekommen ist. Angebot und Nachfrage für unsre fest verzinslichen öffentlichen Schuldentitel stehen im Mißverhältnis zueinander. Gemeinden, Einzelstaaten und Reich haben mehr Anleihen aufgenommen, als sich bei der Aufnahmefähigkeit des deutschen Marktes zu normalen Sätzen im Publikum unterbringen ließen, und das hat die betrübende Folge gehabt, daß die An­leihen des Deutschen Reiches trotz der Tüchtigkeit und des Reichtums seiner