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David Friedrich Strauß
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Siena

daß man diese Revolution für eine Art heiligen Krieg, für die Notwehr eines frommen, in seinen heiligsten Gefühlen verletzten und bedrohten Volkes ausgab." Zu den entschiedensten Gegnern des liberalen Stadtregiments und Bekämpfern der Berufung Straußens hat auch der später so liberale Bluntschli gehört; Ziegler nennt ihn den giftigsten. Carl Ientsch

Hiena

Line Reiseerinnernng von Mathilde Fleischer

ie in San Francesco fand ich in jeder Kirche etwas Schönes und Interessantes. Von Rechts wegen hätte ich mit dem Dom beginnen müssen, mit dem herrlichen, weltberühmten gestreiften Marmordom! Daß er gestreift ist, beeinträchtigt seine Schönheit, aber ohne die Zebra­haut wäre er eben nicht der Dom von Siena. Wenn die schimmernd weiße gotische Fassade auch nicht die erhabne Harmonie ihres Vor­bildes in Orvieto erreicht hat, so ist sie doch wunderschön und in den Einzel­heiten geradezu vollkommen. Das Innere fand ich trotz der Streifen überraschend groß und feierlich. Ungehindert fiel nietn Blick zwischen den mächtigen Pfeilern hindurch bis in den Chor. Sehr originell sind die langen Reihen von tönernen Papstköpfen, die das Gesims über den Pfeilern beleben, und die großen Mosaik­bilder auf dem Fußboden. Auf dem Boden der Seitenschiffe sind es Sybillen, die sich in abenteuerlicher Gewandung als weiße Gespenster vom schwarzen Grunde abheben. Die übrigen Bodenmosaike stellen biblische und allegorische Szenen dar. Dazwischen thront Kaiser Sigismund auf kunstvollem Renaissancesitz, von seinen Treuen umgeben.

Außer der achteckigen weißen Marmorkanzel von Niccolo Pisano, die, wie die in Pisa, auf zierlichen dunkeln Säulen und teilweise durch diese auf stehenden Löwen ruht, waren es besonders die Fresken des Pinturicchio, die mich fesselten. Der kleine tanbe Umbrier, der mit solcher Geschicklichkeit die größten Flächen zu überwinden verstand, hatte mich schon lange interessiert. Und hier bekam ich eine seiner vor­nehmsten Leistungen zu Gesicht. Wie sein künstlerisches Wirken eng mit der Geschichte der Päpste jener Zeit verknüpft war (er malte bekanntlich in der Sixtina und schmückte für Alexander den Sechsten die Borgiazimmer aus), so hat er auch in der berühmten Dombibliothek von Siena im Auftrage eines Papstes das Leben eines andern Papstes in heitern, farbenfrohen Fresken verherrlicht. Es ist Pius der Zweite, Enea Silvio, der größte Piccolomini, der dichtende und büchersammelnde Humanist, der als Held in all den prächtigen Szenen wiederkehrt. Wir sehn ihn als jungen Mann zu Pferde, in der Abreise zum Basler Konzil begriffen und als kaiserlichen Gesandten am schottischen Königshofe. Wir wohnen seiner Dichterkrönung in Frankfurt bei und seiner Weihe zum Erzbischof von Siena. Auf der Eingangswand ist dann dargestellt, wie er bei der Begegnung Friedrichs des Dritten mit seiner Braut Eleonore von Portugal zugegen ist. Dies ist für mich das sympathischste Bild, denn die Haupt­personen scheinen wirklich seelisch bewegt, und Siena mit der Porta Camollia, die hohen seltsamen Palmen und pinienförmigen Laubbäume, die alte Wegsäule, die noch jetzt an der Strada Fiorentina steht, geben einen reizvollen Hintergrund. Auf dem Bilde daneben kniet Enea Silvio im roten Mantel vor Calixtus dem Dritten, der