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Die Gvenzvölker im Nordwesten Indiens und die Expedition gegen die Zakka Khels
! itte Februar dieses Jahres wurde von den Engländern mit einer Streitmacht von fast drei Brigaden ein Kriegszug gegen die Zakka Khels, eiuen Afridistamm an der afghanischen Grenze, unternommen und in wenigen Tagen mit der Einnahme und der ! Zerstörung ihrer drei größten Ortschaften zu Ende geführt. So glänzend dieser schnelle Siegcszug auf den ersten Augenblick auch erscheinen mag, so wenig kann er trotz aller Tapferkeit der Truppen als eine glänzende Waffentat oder als Bürgschaft für einen dauernden Erfolg angesehn werden. Dafür hat er aber, ebenso wie der kurz darauf folgende Feldzug gegen die Mohmcmds und das Zurückwerfen afghanischer Stämme über die Grenze, wieder einmal die Achillesferse des indischen Kaiserreichs, denn das ist die Nordwestgrenze trotz des englisch-russischen Vertrags geblieben, offen zutage gelegt und bietet schon aus diesem Grunde ein allgemeines Interesse; vermehrt wird dieses noch durch den eigenartigen Kriegsschauplatz, die mittelalterlichen Völkerschaften, gegen die der Zug gerichtet war, die gegenwärtigen besondern Verhältnisse nach dem Vertrage und schließlich durch die Art der Behandlung der ganzen Angelegenheit im Parlament, die bei der ältesten Kolonialmacht schon an sich von Interesse ist.
Bekanntlich wird Indien im Nordwesten dnrch eine Kette von steilen unwirtlichen Gebirgszügen als Grenzwall gegen Afghanistan abgeschlossen und geschützt. Das Gebirge ist nur von einigen wenigen Pässen durchschnitten, und von diesen bildet der größte, der Khaibarpaß, das natürliche Einfalltor nach Indien, durch das seit uralten Zeiten immer neue Völkerwogen die indischen Ebenen überschwemmt haben, um hier bald zu erschlaffen und allmählich von den indischen Völkerschaften aufgesogen zu werden. Während nun im Innern Indiens die Spuren der Eroberer trotz allen Kastenwesens mehr oder weniger Grenzbow, II 1908 7K