Das vorgoethische Weimar
409
bis 1827 in den Akten kein Strandungsfall verzeichnet war, und die Zeitungsberichte nur bis zum Jahre 1835 zurückgingen, war das Bild, das sich ergab, sehr unvollständig. Aber auch sv war es düster genug.
Nach den Akten waren zwischen 1828 und 1847 an dem verhältnismäßig kurzen Küstenstreifen des Bezirks 43 Schiffe gestrandet, hinzu kamen, nach den Zeitungsberichten, zwischen 1835 und 1845 29 Strandungsfälle. Der von Darsserort ostwärts sich erstreckende Untiefenhaken, überhaupt die Küsten der Halbinseln Darß und Zingst, ferner die Küsten der rügischen Halbinseln Jasmund und Mönchgut waren nach dieser Zusammenstellung mit 14. 17. 9, 7 Strandungsfüllen die gefährlichsten Punkte des Stralsunder Küstenbezirks.*)
Nach diesem Verzeichnisse erschien der Regierung die Errichtung von Rettungsstationen an der Ostküste von Rügen am notwendigsten. Wieder wählte man Glowe als Stationsort, da es dort nicht an Bedienungsmannschaften fehlte.
(Schluß folgt)
Das vorgoethische Weimar
ic es im Herzogtum Sachsen-Weimar und besonders in desfen Residenz zu der Zeit aussah, wo hier Karl August regierte und die großen Dichter wirkten, wissen wir aus Hunderten von Literaturgeschichten, Biographien, Tagebüchern und Briefwechseln und aus Tausenden von Spezialarbeiten- Dank der reichen Überlieferung
und der unermüdlichen Forschung sind wir über das Weimarische Leben m der klassischen Periode so genau unterrichtet, daß wir beinahe über zeden einzelnen Tag den ausführlichsten Bericht erstatten könnten, emen Bericht, aus dem zu ersehen wäre, was bei Hofe geschah, was sich m der Swdt ereigne^ welcher Fremde ankam oder abreiste, womit Goethe sich be chafttgte. wie Schillers Gesundheitszustand war. wer dem greisen Wieland seme Aufwartung machte und mit wem Herder korrespondierte. .
Diese Zeit beginnt mit Karl Augusts Regierungsantritt oder, was so ziemlich auf eins herauskommt, mit Goethes Erscheinen in Weimar. Was diesem Wende- Punkt vorangeht, versinkt für die meisten in ein trübes Dämmerlicht, aus dem im besten Falle ein paar Namen und Daten hervorleuchten. Und doch ist es
*) Nach einer spätern Zusammenstellung der Verluste an Menschenleben hatten in der Zeit von 1836 bis 1847 im Prerowcr, Zingster und Pramorter Revier 29 Menschen bei 6 SlrandungsMm den Tod gefunden.