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Skizzen aus unserm heutigen Volksleben : vierte Reihe : von der Natur und der Heugabel. 2
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

erzieherischer Mißerfolg. Und woran hat es gelegen? Daran, woran es oft liegt, wenn ^etwas schief geht, daß wir Menschenkinder, wenn wir einmal ein Fündleiu gemacht haben, sogleich tun, als hatten wir Himmel und Erde entdeckt. Kann man denn Menschenseelen ergründen und einhegen? Kann man denn Gedanken im Netze fangen? Ist man denn seines Erfolges sicher, wenn män Erinnerungen auslöschen und Vorstellungen einimpfen will? Und ist nicht zuletzt die Natur stärker als die Heugabel? ' '

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel Berlin, 26. April 1908

(Der Frankfurter Parteitag der Freisinnigen Vereinigung uud die Absplitte­rung der Gruppe um Barth. Der ueue Hardenprozeß. Das Ost- und Nordsee- abkommen.) (Zur Tabaksteuerfrage.)

Der Wahlvereiu der Liberalen, dessen parlamentarische Vertretungen den Namen derFreisinnigen Vereinigimg" führen, hat in der letzten Woche seinen Parteitag zn Frankfurt a. M. abgehalten. Bei dieser Gelegenheit hat sich vollzogen, was schon seit längerer Zeit im Werke war, die Abbröckluug der kleinen Gruppe, die sich um Dr. Theodor Barth und die ehemals nationnlsozialen Mitglieder der Frei­sinnigen Vereinigung scharte. Die Gruppe spielte auf dem Parteitage ein hohes Spiel. Sie ließ das Schicksal nicht duldend über sich kommen, sondern ergriff die Initiative, um ihre Fraktionsgenossen mit energischem Griff in ihre Bahnen hin- überzureißen. Man hatte kühnlich einen Antrag gestellt, der nichts Geringeres be­deutete als ein Mißtrauensvotum gegen die Mehrheit des Wahlvereins der Liberalen oder mindestens ihre parlamentarische Vertretung, und als der Abgeordnete Schrader diese wahre Bedeutung des gestellten Antrags kurz kennzeichnete, kam aus dem Kreise der Antragsteller die stolze Antwort, daß sie ihrerseits die Verwerfung des Antrags als ein Mißtrauensvotum der Versammlung empfinden und daraus die volle» Konsequenzen ziehen würden. Es geschah, was kommen mußte. Die Ver­sammlung lehnte den ominösen Antrag, der die Abstimmung der Reichstagsfrnktion der Freisinnigen Vereinigung über den Paragraphen 7 des Vereinsgesetzes tadeln sollte, mit großer Mehrheit ab, und nun blieb dem Häuflein um Barth nichts andres übrig, als wirklich in der angekündigten Weise die Konsequenzen zu ziehen, d. h. zunächst aus dem Wahlverein der Liberalen auszntreten.

Sind das nun wirklich dievollen" Konsequenzen, von denen vor der Ab­stimmung die Rede war? Zunächst ist es doch nur die erste Hälfte dessen, was geschehn soll, der negative Teil. Die Herren haben mit ihrem Austritt bekundet, was sie nicht wollen. Aber was sie wollen, das ist vorläufig noch recht unklar. Die alte Wohnung ist verlassen, aber die neue noch nicht gemietet, und ob die Mittel reichen, ein neues Haus zu bauen, ist recht zweifelhaft. Man weiß auch nicht recht, worauf sich eine etwa neu zu gründende Partei stützen sollte. Dazu mangelt es den Gründen dieserSezession" viel zu sehr an positivem Inhalt. Es sind eben politische Obdachlose, die zwischen Liberalismus und Sozialdemokratie umherirren, ohne zunächst festen Fuß fassen zu können.

Vor allem fehlt jede Übersicht, was eigentlich hinter der Gruppe steht, die soeben ihre Beziehungen zu der Partei, der sie bisher angehörte, gelöst hat. Als