532
Der Marquis von Larabas
sondern um gewisse Übertreibungen richtigzustellen. Hält mm, sich von diesen fern, und vergißt man nicht, daß diese sehr dekorative, ans Schlösser und geräumige imlls berechnete Malerei unserm deutscheu, intimere Wirkungen bevor- zugeudeu Empfinden nicht ganz entsprechend ist, so wird man mit Dankbarkeit einer Veranstaltung gedenken, die nur dem ungewöhnlichen Entgegenkommen der großen britischem amerikanischen und deutschen Knustsammler zu danken war,
Dr, Walter Lohen
UUFMM
-^-^<Ä>^--^>-:
Der Marquis von (Larabas
Roman von palle Rosenkrantz Fünftes Rapitel
(worin Katt, um dem Beispiel seines Herrn zu folgen, ebenfalls ernstlich freien geht, und in dem berichtet wird, wie diese Freiung — sehr geeignet zum Vergleich — vor sich ging)
> ines Morgens im Mai stand Kntt in Fräulein Helga Anthons Zimmer. Seine ernsthafte Stimmung ließ darauf schließen, daß er im Begriff war, etwas bedeutendes zu vollbringen. Helga war trübselig gestimmt; seit Jörgens Abreise war sie immer leidend und bekümmert gewesen. Die Hoffnung hatte sie nicht aufgegeben, es war ja doch ! möglich, daß er . . . sie hatten doch so viel miteinander gemeinsam. Schließlich befand sie sich auch in einem wirklich körperlichen Unwohlsein, dessen Ursache Katt schon durchschaut hatte; es war etwas, das sie beide berührte uud beider Verhältnisse ändern mußte.
Katt, der Jörgens Telegramm erhalten hatte, wußte, was es jetzt für ihn galt. Durch den Brief hatte er den ersten Schlag getan, nun galt es, das Ende herbeizuführen. Niemals zuvor hatte ihn Helga so finster gesehen; er war bleich, hatte dunkle Ringe um die Angen und sah ganz gealtert aus. Sie vergaß darüber ihr eignes Unglück und fragte ihn, was ihm fehle.
Nichts, erwiderte Katt. Wir wollen jetzt auch nicht von mir, sondern von Ihnen reden. Nun ist die Zeit gekommen, da Sie erfahren müssen, daß sie Pflichten haben, Pflichten gegen Ihren Vater uud Ihre Mutter, gegeu . . . gegen Ihr Kind und zuerst gegen sich selbst. Wollen Sie versprechen, mir zuzuhören?
Helga sank matt in einen Stuhl uud hörte. Katt sprach mit gedämpfter, aber eindringlicher Stimme: Ich will nicht von Glück und Unglück reden, sagte er, aber ich bitte Sie, mir zu glauben, daß Sie iu diesem Augenblick ein sehr unglückliches, kleines Menschenkind sind, so unglücklich, wie man nur irgend werden kann ... Es ist vorbei . . .
Er hat. . .?
Ja, sagte Katt, er hat Sie verlassen, er vermählt sich jetzt mit der Komtesse Mark- dcmner; in zwei Tagen werden Sie darüber in sämtlichen Blättern lesen können. Aber er schrieb mir doch. . .
Ich schrieb, verbesserte Katt, und wenn ich es schrieb, so war es eben eine Lüge. Es war schon alles im voraus bestimmt. Aber, fügte er schnell hinzu, wenn sich Jörgen nun auch wirklich mit jener vermählt, so ist er deswegen noch lange nicht für Sie verloren. Hören Sie, was ich jetzt sage, denn alles hängt davon