Der Marquis von o^arabas
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Jnnenraums bildet einen Rundbau, von hoher Kuppel überragt, mit köstlichen Glcisgeinälden von Theodor de Holland» ausgestattet sowie dnrch plastische Kunstwerte von Martin de Aranda, Gemälde von Bocanegra und Skulpturen vou Alouso Ccmo geschmückt. Dieser vielseitige Künstler, ein Freund des Velasqnez, Baumeister, Maler und Bildhauer zugleich, ist sechzehn Jahre im Dienst der Kathedrale tätig gewesen. Er flüchtete nach einem abenteuerlichen Leben in deren Frieden und schuf seiue Meisterwerke im „Obradvr", einer Zelle im ersten Stock des Nordturms.
Die Sakristei birgt die Grabmonnmente Ferdinands und Jsabellas sowie die ihrer Tochter, Johannas der Wahnsinnigen und Philipps des Schönen, die letzten von dem Spanier Ordonez. die ersten von dem Florentiner Fancelli, im edelsten Renaissancestil ausgeführt. Inschriften auf den Sarkophagen bekunden in pomphaften Worten das Verdienst des Herrscherpaares, die Ungläubigen in ihrem eroberten Lande ausgerottet zu haben. Wir können es, indem wir die edeln Gesichtszüge Jsabellas, dieser mit den glänzendsten Herrschereigenschaften ausgestatteten Fürstin, betrachten, nicht fassen, daß unter dieser Stirn die Gedanken an die Einsetzung der Inquisition, die Vertreibung der Juden, die Verfolgung der Mauren und die damit vcrbundnen, in blindem religiösem Wahn begangnen fluchwürdigen Handlungen reiften, die einen Ricsenschatten über die Gestalt der Herrscherin breiten und sogar den Ruhm verdunkeln, den sie an der Endeckung der Neuen Welt hatte, indem sie des Kolumbus Pläne förderte.
Ein Denkmal zur Erinnerung daran, erst 1892 von Marianno Benliure geschaffen, schmückt die Alameda, eine Promenade der eleganten Welt Granadas. Hier und über dem angrenzenden Paseo del Salon und dem Paseo de la Vomba am Ufer des Genil ist ein reiches Füllhorn granadischer Blütenpracht ausgeschüttet; saftiger Rasen, der durch Fontänen uud Brunnen getränkt wird, zieht sich, von Alleen begleitet, bis zur hochgelegnen Brücke, die bei der Okkupation der Franzosen von dem General Sebastiani genommen wnrde. Im Hintergrunde schaut die Sierra Nevada auf das bunte Treiben der Gegenwart hinunter, wirft abends noch lange einen verklärenden Schein in die Ebene uud läßt bis zuletzt ihr Silberdiadem aufstrahlen, dessen Glanz noch lange in der Seele dessen, der aus weiter Ferne kam, um ihn zu schaueu, nachleuchten wird.
Der Marquis von (Larabas
Roman von palle Rosenkrantz (Forlsetzung)
> egen Abend kam Frau Petersen zu ihr herein. Die freundliche Dame hatte gehört, daß sie krank sei, aber vor lauter Besorgungen im Haus und auf dem Markt nicht eher Zeit gefunden, sie zu besuchen. Sie brachte die Berlingsche Zeitung mit, in der etwas stand, was ihre Pensionärin sehr interessieren mußte.
> Gott, Fräulein, sind Sie krank? rief sie aus, als sie eintrat. Pips schüttelte den Kopf. Es herrschte Dämmerung im Zimmer, und das war
sehr gut, denn nicht nm alles in der Welt durfte Frau Petersen ihr verweintes Grenzlioien Z 1908 KZ