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Gin deutscher lNagister als Sansculotte
der Aburteilung aller jugendlichen Affären wurde ebenfalls durch Verordnung die achte Zuchtpolizeikammer in Paris betraut, die ihnen ihre Moutagssitzungeu ausschließlich widmet.
Alles dies ist freilich nur die Vorstufe zu wirklichen Jugendgerichtshöfeu, deren Einführung auch in Frankreich jetzt nur noch eine Frage der Zeit ist. Um die Jugendgerichtshöfe wirksam zu gestalten, muß allerdings die Möglichkeit gegeben sein, daß die schuldigen Kinder, denen der (Wier ^uäioiaire, der gerichtliche Leumund, rein erhalten werden soll, in Besseruugs- und Erziehungsanstalten untergebracht werden. Diese Möglichkeit ist vorhanden. Es gibt zwei staatliche Besserungsanstalten, ?6tits lioHuetts für die Jungen und FreLnes-lW-Iwllsis für die Mädchen, außerdem sieben Privatanstalten für Jungen und zwei Privatanstalten für Mädchen. Aber die Überwachung dieser Anstalten, die obendrein nicht zahlreich genng sind, läßt zu wünschen übrig. Zwar besteht seit 1890 ein Loinitv cls clötMss cles viikÄnts triiäuits sn .justioe, das sich mit der Durchberatung der Rechte und Pflichten der Gesellschaft gegenüber den jugendlichen Verbrechern beschäftigt. Aber leider bleibt dieses Komitee, das sehr nützlich werden könnte, in der grauesteu Theorie stecken. Es könnte recht gut die jugendlichen Verbrecher und die Anstalten überwachen, in die sie gesteckt werden. Aber es ist zusammengesetzt auS Advokaten nnd Direktoren eben dieser Anstalten, die es überwachen sollte, um sich zu überzeugen, daß die Gesellschaft ihre Pflichten gegenüber den jugendlichen Entgleisten erfüllt. Und da sich die Direktoren natürlich selbst keinen Tadel aussprechen werden, so ist die praktische Tätigkeit des Komitees vollkommen gelähmt. An dieser Stelle müßte eiuc wirklich ernsthafte Reform vor allem einsetzen, um auf der neu gewonnenen sichern Grundlage den-Sühne- bau der Jugeudgerichtshöfe aufzuführen, der cm seiner Stirnseite das Eingeständnis trägt, daß sich die Gesellschaft hier ihre eignen Sünden wieder gut zu macheu bemüht.
Gin deutscher Magister als Sansculotte
! s gibt kein wirksameres und zugleich angenehmeres Mittel, in den Geist vergangner Zeiten einzudringen, als die Lektüre gutge- schriebner .und wahrheitsgetreuer Memvireu. Ihre Autorett braucheil durchaus keine großen Männer und Frauen zu sein! !es kommt nur darauf an, daß sie etwas erlebt haben uud das Erlebte zu schildern wissen. Eins freilich muß mau von einem solchen Buche verlangen: daß der Verfasser einen Blick für das Typische, für das Wesentliche hat, und daß sich in seinem vielleicht an sich unbedeutenden Dasein eine mehr