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Bismarck und Thiers als Unterhändler
Erfahrungsschatze des Internationalen Vereins strömt unaufhörlich eine Fülle fruchtbarer Anregungen in das Telegraphenwesen der Vereinsländer über; jede Verkehrserleichterung, jede neue, bewährte Einrichtung im Weltverkehr kommt damit auch dem innern Verkehr zugute. Andrerseits kommen aber auch aus den Einzellündern wertvolle Fingerzeige für den weitern Ausbau des Telegraphenwesens, Beobachtungen aus dem reichen Wundergebiete der Elektrizität usw. Eine große Fülle technischen und wissenschaftlichen Materials vereinigt sich in dem Sammelbecken des Internationalen Bureaus zu Bern, wo es für den Weltverkehr nutzbar gemacht wird.
Das Arbeitsfeld des Internationalen Telegraphenvereins hat keine Grenzen. Natur und Technik stellen ihm immer wieder neue Aufgaben. Schon ist das Fernsprechwesen über die einzelnen Ländergebiete hinausgewachsen und bedarf der internationalen Regelung. Vor fünfzig Jahren wurde das erste transatlantische Kabel in Betrieb genommen und Europa und Amerika trotz des Ozeans bis auf wenige Minuten einander nahe gebracht. Es hat langer, schwieriger Verhandlungen bedurft, um den Kabelschutz international zu regeln und in Übereinstimmung mit den Gesetzen der Vereinsstaaten zu bringen. Jetzt gehts, wenn auch noch nicht mit gesichertem Betrieb, schon ohne Kabel, losgelöst von der Materie, auf unsichtbaren Ätherwellen durch den unendlichen Raum über Länder und Meere hinweg; und mit dem Tage, der den unanfechtbaren Beweis der Funkentelegraphie brachte, wurde die internationale Verständigung über dieses wunderbare Verkehrsmittel zur brennenden Frage, die durch den Berliner Vertrag von 1906, der am 1. Juli d. I. in Kraft getreten ist, vorläufig gelöst erscheint. Neue Fragen werden aus dem Hinundher des telegraphischen Weltverkehrs erstehn und dank der sichern Grundlage, auf der der Internationale Telegraphenverein beruht, ihre Lösung finden. Hoffen wir, daß er durch sein gemeinsames Wirken in nicht zu ferner Zeit auch die Frucht des Einheitstarifs zur Reife bringen werde!
Bismarck und Thiers als Unterhändler
von L. Stutzer in Görlitz 2. Die Friedensverhandlungen im Februar I^37il. ach Thiers' Abreise nahm die Belagerung von Paris ihren Fortgang, und viele Wochen hindurch verlautete in bezug auf Friedensabsichten und Unterhandlungen nichts bestimmtes. Am 18. November äußerte Bismarck zu dem badischen Minister von Freydorf: „Monate werden vergehen, ehe es dazu kommen kann." Er rüstete sich aber in der Stille, um sofort bereit zu sein, mit dieser oder jener Partei die Unterhandlungen zu beginnen. Denn er sah die Aufgabe