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Oberlehrer Hauk : Roman :
(Fortsetzung)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Nun will ich mir die Sache überlegen. Ich will, so gut ich kann, darüber nachdenken, und wir werden schon einen Ausweg finden. Oberlehrer Hauk ist ver­braucht; er ist überanstrengt und bedarf der Ruhe. Ja, und nun danke ich Ihnen, daß Sie zu mir gekommen sind. Seien Sie überzeugt, daß sich schon ein Ausweg finden läßt, der zu aller Bestem dient! Und dann lassen Sie dies vorläufig unter uns bleiben.

Die Sechs gingen. In der Tür aber wandte sich einer von ihnen um: Ja ent­schuldigen Sie, aber wir möchten so ungern wenn danach gefragt werden sollte wir möchten so ungern, daß der Oberlehrer erführe, daß wir

Verlassen Sie sich auf mich! Ich werde Ihnen keine Unannehmlichkeiten bereiten. Ich verrate des Oberlehrers Garde nicht!

(Schluß folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel Berlin, 8. November 1908

(Der Casablanea - Zwischenfall. Der Reichstag und das preußische Ab­geordnetenhaus.)

Über die Angelegenheit des Daily-Telegraph-Artikels haben verschiedne Frak­tionen des Reichstags Interpellationen eingebracht, deren Verhandlung wahrscheinlich schon vorliegen wird, wenn unsre Betrachtungen in die Hände der Leser kommen. Es würde deshalb nicht zweckmäßig sein, an dieser Stelle noch einmal auf die Sache zurückzukommen. Nur das mag erwähnt werden, daß in dem Gesamtbild der Presse des In- und Auslandes die Anffassung hervortritt, dem Reiche sei durch die unglückliche Veröffentlichung eine so schwere Krisis bereitet worden, wie wir sie seit langer Zeit einige sagen: seit der Entlassung des Fürsten Bis- marck nicht erlebt haben. Daß diese sehr ernste Auffassung und die damit verbundne tiefe Erregung begründet sind, daran ist wohl nicht zu zweifeln. Mer sie darf doch nicht bestimmend sein für unser politisches Handeln. Bei der nüchternen Abwägung unsrer Interessen dürfen wir einen bewährten Staatsmann nicht für ein Versehen verurteilen, das allerdings für einen Schreiber ein Kapitalverbrechen in den Augen des Bureauchefs bedeuten mag, aber doch unmöglich einen Maßstab für die von einem deutschen Reichskanzler geforderten Fähigkeiten abgeben kann. Es wäre der Gipfel der Lächerlichkeit, wenn überhaupt die Anschauung aufkommen könnte, der Reichskanzler müsse seine Zeit und Arbeitskraft damit vertun, den Ver­bleib und die Behandlung jedes einzelnen Aktenstücks Persönlich zu kontrollieren. Es scheint überhaupt, als werde von sonst verständigen Leuten zuviel Wert auf diesen Bureaufehler gelegt. Hat man Wohl daran gedacht, was unter Umständen geschehen wäre, wenn der Reichskanzler wirklich das Manuskript als ungeeignet zur Veröffentlichung bezeichnet hätte? Dann hätte der englische Verfasser vielleicht den Artikel trotzdem veröffentlicht, oder wenn er sich persönlich nicht kompromittieren wollte, auf irgendeinem Wege dafür gesorgt, daß das Manuskriptscheinbar gegen seinen Willen irgendwo gedruckt wurde. Wie wollte man das ver­hindern? Das Unglück ist doch eben, daß solche Gespräche überhaupt stattgefunden haben. Daß man nebenbei durch eine zweckmäßigere Organisation des Auswärtigen Amtes Sorge trägt, überbürdete Beamte zu entlasten und eine strengere und wirksamere Prüfung aller zu erledigenden Sachen zu ermöglichen, ist eine Frage für sich. Natürlich ist auch für diese Organisation formell der Reichskanzler ver-