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Oberlehrer Hauk : Roman :
(Fortsetzung)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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Haben Sie es denn nicht an Ihre Mutter selbst erzählt?

Ich habe es ihr gleich geschrieben, aber sie hat nie ein Wort davon in ihren Briefen erwähnt. Und später habeich gleichsam nicht den Mut gehabt, darüber zu sprechen. Es war so sonderbar, daß die Tanten mir nicht mehr davon erzählen wollten

Und Ihr Vater?

Ach nein, es ist, als wenn mich etwas davon abhielte, es Vater gegenüber zn erwähnen.

Svend Bugge nickte verständnisvoll. Benny stand auf und ging langsam hinab. Als sie ganz in der Nähe des Hauses angelangt waren, blieb sie abermals stehn: Großvater Hage war so unendlich gut, wissen Sie, gegen alle Menschen, und Tante Karo und Tante Matti erzählten unablässig davon. Aber wissen Sie, sie sagten, gegen Mutter wäre Großvater zu streng gewesen. Ganz anders wie gegen alle andern. Ich glaube, Mutter hat es nicht sehr gut gehabt.

Nach einer Weile sagte sie Gute Nacht. Svend Bugge ergriff ihre Hand.

Vielen Dank, Fräulein Benny! Gute Nacht, und und grüßen Sie Ihre Mutter von mir!

Damit ging er denselben Weg zurück, den Oberweg hinan, obwohl es ein Umweg war.

(Fortsetzung folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel Berlin, 27. September 1908

(Zur deutschen Marokkopolitik. Internationale Kongresse.) Die deutsche Antwort auf die französisch-spanische Note zur marokkanischen Thronfrage ist am 22. dieses Monats dem französischen Botschafter in Berlin und ebenso dem spanischen Geschäftsträger übergeben worden. Die Wirkung ist nicht, wie hier und da politische Propheten vorausgesagt haben, eine Verschärfung der Gegensätze, sondern ein Wachsen der Aussichten auf Verständigung. Es stellt sich heraus, daß Deutschland zwar nicht auf die genaue Prüfung der französisch­spanischen Vorschläge verzichtet und infolgedessen einzelne Vorbehalte machen muß, daß es aber innerhalb der einmal festgestellten Rechtsgrundlage seiner Politik den besondern Wünschen Frankreichs und Spaniens soweit als möglich entgegenkommen will. Man hat dies in Frankreich und England einsehen und anerkennen müssen. Und so ist augenblicklich einmal wieder alles auf Verständigung gestimmt.

Wir meinen, das hätten die Leute zu beiden Seiten des Ärmelkanals früher haben können. Sie hätten nur zu erkennen brauchen, daß die deutsche Politik nie etwas andres gewollt hat. Die französisch-spanische Note, vor allem aber ihre Begründung iu der offiziösen Presse Frankreichs, hob mit nicht geringem Selbst­bewußtsein hervor, daßFrankreich hätte versucht sein können, die augenblicklichen Umstände zu benutzen, um die Anerkennung Mulei Hafids von der vorherigen Er­ledigung der Angelegenheiten, die für Frankreich besondres Interesse haben, ab­hängig zu machen". Man habe sich aber entschlossen, dieser Versuchung zu widerstehn, und wolle vor der Anerkennung Mulei Hafids nur solche Garantien fordern, die für alle ausländischen Interessen gemeinsam in Betracht kämen. Wir