Beitrag 
Das Wesen der Freimaurerei
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

Lin wort Schwind? über dasMalen-Rönnen"

31

glieder, das heißt etwa ein Zehntel der deutschen Freimaurer, umfaßt, nicht ohne Erfolg, unter Überwindung der vorhcmdnen Unklarheit und Untätigkeit die Bestrebungen des deutschen Logentums mit dem Wesen der Freimaurerei, mit den Bedürfnissen des Humanitntsgedcmkens mehr und mehr in Einklang zu bringen. Glückt diese von vielen Seiten betricbne Hebung der Logenarbeit, so ist es immerhin nicht ausgeschlossen, daß die Freimaurerlogen als Pflegerinnen des Humanitätsgedankens. als Vertreterinnen einer undogmatischen, echtem Kulturfortschritt huldigenden, licht- und freiheitsfreundlichen Menschentums­religion mit der Zeit ihr gut Teil beitragen zu einer den Zeitgeist hebenden, die Lebensauffassung veredelnden, die Kulturdekadenz überwindenden Volks­erziehung.

Lin Wort Schwinds über dasMalen-Können"

von Franz Schnorr von Larolsfeld

eitdem die bildende Kunst in der modernen Welt eine öffentliche Angelegenheit geworden ist. über die man Berichte und Meinungen in jeder Tageszeitung antreffen kann, vollzieht sich in künst­lerischen Dingen vor jedermanns Auge ein Parteitreiben, das vollkommne Ähnlichkeit mit den sattsam bekannten Erscheinungen des politischen Parteilebens erreicht hat. Programme und Schlagworte, die der öffentlichen Meinung ihre Richtung anweisen sollen, werden zutage ge­fördert; Vereinigungen zu Angriff und Abwehr, Genossenschaften zu Interessen­vertretung, alsdann Sezessionen und Fraktionen entsteh»; einzelne Vorkämpfer im Streite der Tagesmeinungen treten auf den Plan, die bei aller Ver­schied cnartigkeit in der Kampfesweise doch von einem gemeinsamen Partei­willen beseelt und einem ebensowohl scharf erfaßten als für den Zuschauer meist leicht erkennbaren gemeinsamen Parteiziele zu dienen beflissen sind.

Der Sinn dieser Worte ist nicht, daß dergleichen Parteibestrebungen, auf Kunst uud Künstler angewandt, an sich für verwerflich zu halten seien, etwa deshalb, weil sie Einscitigkeiten und Übertreibungen nicht nur begünstigen, sondern mit Notwendigkeit in sich schließen, oder deshalb, weil sie in den Kampf um Prinzipien unfehlbar die wohlbekannten Merkmale eines Kampfes um die Macht hineintragen. Bei dem ersten Punkte vergegenwärtige man sich: wie auf allen Gebieten Parteieinscitigkeiten mit Naturnotwendigkeit als Wirkuug lebendiger Kräfte entsteh», deren einer Teil ein vorhandnes Gleich­gewicht zu verrücken, deren andrer es zu behaupten bestrebt ist, wie die Parteieinscitigkeiten überall nur eine andre Erscheinungsform der beständig neu auf dem Boden der Wirklichkeit erwachsenden natürlichen Einseitigkeiten der den Zwcckverband bildenden Einzelpersonen sind, so entwickeln sich ins-