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Maßgebliches und Unmaßgebliches
Oberlehrer Hauk sah mit einem sonderbaren Ausdruck vor sich hin und winkte abwehrend mit der einen Hand.
Unsinn! Unsinn! sagte er. Und Svend Bugge schwieg verwundert, als Fräulein Benny ihn Plötzlich kopfschüttelnd mit einem strengen Blick ansah. Dann gab sie der Unterhaltung eine andre Wendung.
(Fortsetzung folgt)
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Reichsspiegel Berlin, 6. September 1908
(Die Straßbnrger Kaiserrede. Die deutsche Marokkouote. Zur Reichsfinnnz- reform. Der Zwist in der sozialdemokratischen Partei. Die Deutsche Tageszeitung und die Blockpolitik.)
Bei Beginn der jetzt vergangnen Woche erfuhr die Welt eine bedeutsame Friedenskundgebung des Kaisers. Es wurde der Wortlaut der Rede veröffentlicht, die er am 30. August, also gerade vor acht Tagen, bei dem Festmahl in Straßburg am Tage nach der Parade über das XV. Armeekorps gehalten hatte. Ernster und nachdrücklicher konnte kein Staatsoberhaupt nicht nur seinen Wunsch nach Frieden, sondern auch seine innerste Überzeugung, daß der europäische Friede nicht gefährdet ist, aussprecheu. Der Kaiser begründete diese Überzeugung in einer Steigerung, die wohl beachtet sein will. Er sieht eine Friedensbürgschaft in dem Gewissen der Fürsten und Staatsmänner Europas. Nun wird man freilich sagen müssen, daß dieses Gewissen das Gedeihen des Ganzen im Auge behalten muß und deshalb niemals ausgeschlossen ist, daß das Interesse der Gesamtheit auf einem Wege gewahrt werden muß, der den einzelnen schwere Opfer an Gut und Blut auferlegt. Auch Kaiser Wilhelm der Erste hatte das starke Verantwortungsgefühl vor Gott, das wohl als eine sichere Friedensbürgschaft gelten konnte, und mußte doch dreimal den Entschluß zum Kriege fassen. Wenn aber heute der Deutsche Kaiser angesichts einer konkreten politischen Loge mit solcher Zuversicht an das Gewissen seiner Mitfürsten appellieren kann, dann ist das mehr als eine vage Hoffnung oder ein naives Zutrauen. Es ist darin ausgesprochen, daß die Lage nichts enthält, was das Risiko einer Friedensstörung rechtfertigen könnte. Immerhin ist dies die schwächste Grundlage der Friedenszuversicht. Ein stärkerer Grund ist schou das Bedürfnis der Völker selbst nach ruhiger Entwicklung und friedlichem Wettbewerb. Aber das wichtigste ist die dritte Stufe dieser Steigerung: unsre Wehrmacht zu Wasser und zu Lande ist die beste Friedensbürgschaft. Wenn wir so stark sind, daß jede fremde Macht und selbst Verbündete Mächte sich scheuen, uns anzugreifen, so haben wir sicher uud dauernd Frieden. Und mit diesem Hinweis war zugleich Gelegenheit gegeben für die allein richtige Antwort auf alle Vorschläge, die auf die vertragsmäßige Beschränkung unsrer Wehrmacht zuguusteu einer fremden Macht abzielen: „Stolz auf die unvergleichliche Mcmnszncht und Ehrliebe seiner Wehrmacht ist Deutschland entschlossen, sie ohne Bedrohung andrer auch ferner auf der Höhe zu erhalten und so auszubauen, wie es die eignen Interessen erfordern, niemand zuliebe, niemand znleide."
Im Ausland ließ mau dieser kraftvollen Friedenskundgebung im allgemeinen Gerechtigkeit widerfahren. Ein etwas mißmutiges Echo gab es in einigen englischen Blättern, denen es wider den Strich geht, zuzugeben, daß eine starke