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vom thrakischen Mcerü
Wesens, der Presse und des Weltverkehrs so viele andre Mittel, daß die von der Konkurrenz zu rastlosem Fortschritte gepeitschten Unternehmer mit der Aneignung neuer Erfindungen bis zur nächsten Weltausstellung zu warten weder nötig noch Lust haben. Dasselbe wird wohl in geschäftlicher Beziehung gelten, da der heutige Weltverkehr auch ohne Weltausstellungen die Produzenten und Konsumenten aller Erdteile einander nahe bringt. Dagegen dürften kleinere und darum weniger riskante Ausstellungen, die den neusten Fortschritt eines Jndustriebezirks oder einer Spezialität veranschaulichen, auch iu Zukunft nützlich erscheinen. So hat die glänzend verlaufne Düsseldorfer Ausstellung von 1902 die großartigen Leistungen der rheinisch-westfälischen Eisenindustrie nicht allein dem Jnlcmde sondern auch dem Auslande zur Anschauung gebracht, und hat die elektrotechnische Ausstellung zu Frankfurt am Main 1901 durch das Experiment der Übertragung eines Teils der Kraft der Lauffeuer Stromschnellen in diesem Zweige der Technik Epoche gemacht. Geschäftlich hat diese Ausstellung den Teilnehmern für den Augenblick geschadet. Die Konsumenten von Elektrizität sagten sich nämlich: in diesem Gebiete wird jetzt so viel neues erfunden, schreitet man so rasch und so stetig fort, daß wir besser tun, wenn wir mit unsern Bestellungen noch ein paar Jahre warten. Aus der Erörterung der Organisationsfragen und aus den Kostenberechnungen in diesem Buche werdeu die Veranstalter zukünftiger Ausstellungen Nutzen ziehen. Den landwirtschaftlichen Ausstellungen ist ein besondrer Abschnitt gewidmet. Im letzten Kapitel wird unter anderm über den gesetzlichen Schutz der Aussteller, die Versuche einer internationalen Regelung des Ausstellungsweseus und die Einsetzung der „Ständigen Ausstellungskommission für die deutsche Industrie" berichtet. Larl Ientsch
Vom thrakischen Meere
Von <L. Fredrich in Posen
Z. Imbros
(Schluß)
n Pcmagia war man auf mein Kommen vorbereitet; der griechische Beistand des Vertreters des wegen Geisteskrankheit eben entfernten Landrats (Kaimakam) zeigte sich, noch ehe ich meinen Besuch im baufälligen Konak — ein Neubau steht als Ruine daneben — gemacht und meinen Kaffee dort getrunken hatte. Das Kaffeetriuken und Zigarettenraucheu ist die Haupttätigkeit, die in einem solchen Regierungsgebäude geübt wird; hin und her läuft der schmierige griechische Kafetsis und trägt zierlich den an ein paar Fäden aufgehängten Blechteller, auf dem die kleineu Tassen stehn. Es war auch schon für meine Aufnahme in dem Hause eines wohlhabenden Kaufmanns gesorgt worden. Neun Tage, länger als ich beabsichtigt hatte, weil widrige Winde mich hielten, genoß ich bei diesen einfachen liebens-