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Die deutschen Großstädte : einige Bemerkungen zu den statistischen Zahlen : die großen Verkehrs- und Handelsstädte des Binnenlandes
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Lafcadio Hearns Lssays und Märchen aus Japan

ist sie der Schauplatz schwerer nationaler Wirrnisse, und bei dem wilden Streben der Polen nach einem freien selbständigen Reich ist nicht ausgeschlossen, daß sich hier noch erustc Ereignisse in Zukunft abspielen werden. Wechselvvll ist auch schon ihre Vergangenheit. Vom zehnten bis zum dreizehnten Jahrhundert Residenz der Herrscher Polens blieb sie groß und bedeutend auch als die Könige nach Warschau zogen, sank aber tief in jener Zeit, wo das ganze Königreich uutcr der Verrottung seines Adels zusammenbrach. Die Stadt, die im sechzehnten Jahrhundert 30000 Einwohner zählte, hatte 1795 mir noch 8500. Daß sie jetzt wieder zu 137 000 augewachsen ist, ist ein Zeichen der hohen Blüte, die das gcmze Stndtclebeu im geeiuteu Deutschen Reiche, in reinen Industriegebieten ebenso wie unter rein agrarischer Bevölkerung jetzt durchmacht.

Lafcadio Hearns Essays und Märchen aus Japan

rci Essaysammlungen Lafmdio Hearns liegen nunmehr in guter deutscher Übersetzung vor: „Kokoro", „Lotos" und „Jzumo".") Nicht unwesentlich haben diese deutschen Ausgaben dazu beigetragen, der Hearn-Gemeinde neue Anhänger zu werben. Zwar wird es immer ein kleiner erlesner Kreis sein, der sich an diesen feinen, tiefsinnigen Betrachtungen des Amerikaners mit der westöstlichen Seele erfreut. Ihr iutimer Reiz bleibt der Menge verschlossen; auch Stil uud Stvffwahl weisen darauf hin, daß sie ohne Rücksicht auf den Geschmack des großen Publikums entstanden sind. Die starken Eindrücke der orientalischen lebens- und farbenfreudigen Kultur, die deu der westlichen Heimat entfremdeten um­fingen, sobald er nur den Fuß auf japauischcn Boden setzte, diese Eindrücke drängten nach poetischer Gestaltung. Wir dürfen keine kühlwägenden, kritischen Beobachtungen über Land und Leute iu diesen Büchern suchen. Wenn der sensitive Künstler dafür überhaupt jemals befähigt gewesen war, so verlor er sein objektives Urteil in dem überwältigenden Glücksgefühl, zu Füßen des schneeigen Fujigipfels nun endlich eine Heimat gefunden zu haben.

Eine Heimat bedeutete für ihn, was andre, nüchterne Menschen einen Ort zum ungestörten Studieren und Träumen genannt hätten. Noch barg ja das Japan, das Hearn liebte, und dessen Eigentümlichkeiten er immer eindringlicher zu begreisen trachtete, eine Fülle jener mittelalterlichen Nomantik, für die im sausenden Getriebe Broadways kein Raum ist. Wenn auch die Haupthäfen Japans, die Zentralpunkte seines Verkehrs mit Europa schon viel von der

") Übersetzt von Berta Franzos. Frankfurt nm Main, Rütten und Loening.