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Oberlehrer Hauk : Roman :
(Fortsetzung)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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die Rechtfertigung widerfahren lassen, einzuräumen, daß ich mich in der Ent­scheidung dieser Sache seinerzeit nicht von persönlichem Interesse leiten ließ. Der junge Mann, dem das Stipendium bisher zugute gekommen ist, hat sich durch Ernst und Fleiß der ihm erwiesnen Auszeichnung verdient gemacht. Es ist darum auch meine Absicht, wenn ich es irgendwie ermöglichen kann, ihn noch den nächsten Winter hier zu behalten.

Ich bitte, von der umstehenden Mitteilung mit Diskretion Gebrauch zu

In freundschaftlicher Hochachtung ^ (Fortsetzung folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel Berlin, 23. August 1908

(Die Generalversammlung deutscher Katholiken zu Düsseldorf. Der Fall Schücking in seiner weitern Entwicklung.)

Alljährlich um diese Jahreszeit finden zwei politische Veranstaltungen statt, die mehr als alle andern die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen pflegen. Es handelt sich dabei um die beiden Bewegungen, die der stetigen Entwicklung unsrer Staats- und Gesellschaftsordnung in nationalem Sinne meist als hemmende und ablenkende Kräfte entgegentreten, und die darum ihrem innersten Wesen nach als Widersacher unsrer nationalen Politik von nns erkannt werden. Sozial­demokratie und Ultrcimontanismus sind die beiden entschiedensten und gefährlichsten Verneinnngen jeder positiven Betatigung des deutschen Volksgeistes. Als organisierte Parteien stehn sie eben jetzt in schroffer Feindschaft dem gegenwärtigen Kurs der Reichspvlitik gegenüber, die sich bemüht, alle übrigen Parteiunterschiede möglichst zurücktreten zu lassen, wo es gilt, sozialdemokrntische und nltramontane Einflüsse fernzuhalten. Deshalb sind die Veranstaltungen dieser beiden Gegner unsrer nationalen Politik als Grundlage für die Beurteilung der Parteiverhältnisse von besondrer Wichtigkeit.

Während der sozialdemokrntische Parteitag in Nürnberg noch bevorsteht, liegt die Hauptveranstaltung des Mtramontcmismus schon hinter uns. Kann man aber die Generalversammlung der deutschen Katholiken in Düsseldorf mit Recht so kenn­zeichnen? Es wird von vielen Seiten eifrig, ja leidenschaftlich bestritten werden, daß der Katholikentag eine ultramontane Veranstaltung ist, und wenn man ganz gerecht sein will, so wird man hervorheben müssen, daß allerdings vieles, was ans den deutschen Katholikentagen nach Betätignng drängt, nur zu Unrecht mit der Erkennungsmarkeultramontan" versehen werden kann. Als Ultramontanismns bezeichnen wir kurz den Inbegriff aller der Bestrebungen, die den universalen Charakter der katholischen Kirche und ihre Macht über die Geister und Gewissen zu weltlichen, politischen Machtzwecken mißbrauchen »vollen. Keineswegs aber ent­springt alles, was auf den Katholikentagen Geist und Phantasie der Teilnehmer beschäftigt, diesem Bestreben. Unverkennbar tritt bei der Mehrzahl der Teilnehmer das aufrichtige Bedürfnis hervor, ein Bekenntnis abzulegen, Zeugnis zu gebe» von einer Weltanschauung, in der ihnen das Heil und die Wahrheit liegt, und die sie Grenzboten III 1908 S9