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Vom thrakischen Meere. 3. Imbros
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Oberlehrer Hauk

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brauchen, aber ich traf dort einen Matrosen, der bis in die Ostsee gekommen war, meine Vaterstadt gesehen hatte und Bilder und Andenken aus aller Herren Ländern mit Stolz vorwies. Er hatte eben geheiratet und wollte bald wieder hinaus; auf Jmbros werden am thrcikischen Meere die besten Seeleute geboren, und wer etwas besitzt, hat es in der Fremde erworben.

(Schluß folgt)

Oberlehrer Hauk

Roman von Lernt Lie (Fortsetzung)

alb abwesend saß er da und betrachtete sich im Spiegel. Mein Gottl Fein genug in Kleidern, das war er, daran mangelte es nicht. Ein häßlicher Mensch war er auch nicht, das konnte er ruhig selbst sagen.

Aber was half das alles!

Fränlein Matti hatte damit angefangen, daß sie ihn nichtHerr Opseth" nennen wollte. Die Schwester folgte sofort ihrem Beispiel. Und nun hieß er nurHerr Hauk", im Hause wie auch außerhalb. Wohin er kam, wurde er als Herr Kandidat Hank vorgestellt. Alle Einladungen waren an Herrn Hauk ge­richtet, und wenn er antwortete, so mußte er doch ebenso unterschreiben. Um so mehr als ihm der Professor geradezu geraten hatte, das ein wenig ländliche Opseth" fallen zu lafseu. Aber was half das alles!

Er war und blieb der Bauerujunge, der er von Geburt an gewesen war. Und je mehr er sich aufputzen ließ, je feiner er wurde, um so tiefer fühlte er es nur.

Er klagte natürlich nicht darüber, daß er nicht fein genug war. Ach «ein, zum Streber war er nicht geschaffen. Aber es war trotzdem hart. . . .

Man wurde doch niemals klug ans dieser Welt!

Hier hatte er, so alt er war, sich selbst schmählich betrogen!

Er hatte ganz einfach ihre Freundlichkeit nicht vertragen können. Er hatte sich selbst mehr und mehr aus den Augen verloren, so allmählich und unmerklich war es zugegangen, wie von einer tückischen Macht war er tiefer und tiefer in seine Liebe zu ihr hiueingelockt worden, hatte so sicher in seinen eignen innern Gedanken und all der Wärme des Herzens gelebt. Und weil ihn dies selber ausfüllte, ja eiuen überwältigenden Reichtum über seinen ganzen Sinn ausgegossen hatte, so kannte er keinen andern Gedanken, als daß dieses auch für sie Lebenswert haben müsse. So weit war er gekommen, daß er sich in Hoffnung und Träumen als der gesehn hatte, der sich ihr einmal anbieten durfte.

Ein Glück, daß er erwacht war, ehe es zu spät geworden war!

Wie er heute abend den französischen Gelehrten von ihr als1a Zrancls clarns" in den vornehmen Sälen hatte reden hören, war es auf einmal still abgetan ge­wesen. Sie war dort und er saß hier.

Und es war gut, daß es endlich geschah.

Er hatte es solange gefühlt. Die Wahrheit hatte an seine Tür gepocht, aber er hatte nicht hören wollen, hatte nicht den Mnt gehabt zu öffnen. Dieser Franzose war schuld daran.