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Die Japaner im Lichte der neuern Forschung
Wirtschaftsbedingungen lassen sich nicht innerhalb vierundzwanzig Stunden ändern. Aber das ist auch kein großes Unglück. Das Unglück tritt erst ein, wenn sich die Ansiedlungskvmmission aller Rechte am Bodeu und damit aller Einwirkung auf den neuen Bewirtschafter begeben hat. Der Pächter kann nach einer bestimmten Reihe von Jahren gezwungen werden, deutsche Arbeitskräfte bei sich zu verwenden, wenn sich diese erst aus dem Überschuß der angesiedelten deutschen Bevölkerung gebildet haben werden. Der Besitzer braucht dagegen nnr kaufmännische Rücksichten gelten zu lassen. Schließlich darf die Möglichkeit nicht außer acht gelassen werden, daß dank den Fortschritten des An- siedlungswerks eine Neuausgabe der Kreisordnung für Posen und Westpreußen in absehbarer Zeit doch zur Notwendigkeit wird. Die Ostmark befindet sich, das kann nicht oft genug unterstrichen werden, in einem Übergangsstadium. In einer solchen Phase laufen aber häufig genug die richtigen Wege scheinbar direkt vom erstrebten Ziele weg. Für uns lautet einstweilen die Frage, ob man die polnischen Arbeiter noch bewußt für gewisse Zeit in Kauf nehmen soll mit der heutigen Kreisordnung, oder ob man die Kreisordnung aufgibt zugunsten nationaler Grundsätze.*) Das Grundprinzip aber muß bleiben: wenn die An- siedlungskommission einmal von ihr erworbnes Land wieder aus der Hand gibt, dann nur unter der Bedingung, daß auf diesem Lande ausschließlich deutsche Hände Arbeit finden.
Juckmantel, Anfang Juli ^9^8 G. Lleinow
Die Japaner im Lichte der neuern Forschung
von R. Stübe
l u den schwierigsten Problemen, die Japan der Forschung stellt, gehört die Religion und ihre Stellung im Leben des Volkes. Nicht nur religionsgeschichtlich sind hier die Dinge ungewöhnlich schwierig, recht weit gehn auch noch die Ansichten über die religiöse I Anlage der Japaner auseinander. Es gehört schon eine sehr tiefe Kenntnis der Volksseele dazn, um über die religiöse Anlage eines Volkes urteilen zu können. Es ist sicher falsch, die religiöse Anlage des Japaners
^) Die Arbeiterfrage soll nun so gelöst werden, daß die Ansiedlungskommission Landarbeiterstellen anlegt. Was ich davon gesehen habe, hat mir nicht gefallen, wenn es auch äußerlich schön anzusehen war. Ich konnte mich in allen diesen Anlagen nicht des Eindrucks erwehren, als werde da künstlich ein Proletariat geschaffen, das die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann und eben deshalb notwendigerweise die Unzufriedenheit ins Land tragen muß.