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Der fünfzigjährige Bestand der englisch-indischen Heeresorganisation
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Der fünfzigjährige Bestand der englisch-indischen Heeresorganisation

! s ist sicherlich nicht ganz ohne Bedeutung, daß heute genau nach fünfzig Jahren, seitdem die englische Regierung die Herrschaft von Indien übernommen hat, noch immer keine zuversichtliche Ruhe im Lande herrscht, und daß noch immer Fanatismus und Fatalismus die Veranlassung zu schweren und blutigen Kämpfen geben. Denn diese Gründe allein haben in den Monaten April und Mai dieses Jahres den Zakka Khels und den Mohmands die Waffen in die Hand gedrückt und sie zu hinterlistigen Überfüllen auf die britischen Truppen ver­anlaßt. Freilich sind ihre Angriffe dank der Maßnahmen Lord Kitcheners, des jetzigen Oberkommandierenden in Indien, und der Entschlossenheit und der Wachsamkeit der unter dem General Willcocks stehenden ersten Infanterie­division mit blutigen Köpfen abgewiesen worden. Aber die englische Presse befürchtet wohl nicht mit Unrecht, daß mit dieser siegreichen Abwehr ein dauernder Friede in den nordwestlichen Grenzbezirken noch lange nicht erreicht sei, ja daß die bisherigen Kämpfe vielleicht nur Vorpostengefechte gewesen sind, wenn es dem Emir von Afghanistan nicht gelingen sollte, Herr seiner Untertanen zu bleibeu und weitere Ausschreitungen zu verhindern. Diese Möglichkeit falle natürlich weg, wenn Habibullah gar selbst hinter diesem Auf­ruhr gesteckt haben sollte und aus Unzufriedenheit über das englisch-russische Abkommen vom 31. August 1907 seinen nächstjüngern Bruder Nasrullah Khan habe walten lassen, der sich als Oberbefehlshaber des afghanischen Heeres hohen Ansehens im ganzen Lande erfreut und daher die Vorstöße der Zakka Khels nnd Mohmands gegen die Grenzpässe an der Kabulstraße sehr wohl unterstützen konnte.

Im vorliegenden Falle waren übrigens die englischen Kommandeure und Grenzbeamten. durch die Ereignisse vergangner Tage gewarnt. Vor elf Jahren (1897), als sich die Mohmands zum letztenmale erhoben, strömten ihnen auch Grcnzboten HI 1908 S4