Die deutschen Großstädte
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konservativer Mengerei derart größern Gefallen hätte." Ja, wenn alle „Freigeister" von Overbecks Art wären, sich jeder politischen Agitation, jeder öffentlichen Beleidigung der religiösen Empfindungen andrer enthielten, dann dürfte man sich auch die „Mengerei" der Konservativen verbitten. Wenn aber „freisinnige" Blätter, die vielfach von jüdischen Federn bedient werden, fast täglich die religiösen Gefühle der gläubigen Christen beider Konfessionen verletzen (ich erinnere mich, daß vor etwa zwanzig Jahren, als einmal im Berliner Rathause eine kirchliche Versammlung abgehalten worden war, ein solches Blatt die Frechheit hatte, zu sagen, das Rathaus müsse jetzt desinfiziert werden); wenu die Führer der Freisinnigen bei den Wahlen die Losung ausgeben: gegen Pfciffeu und Junker, wenu Organisationen gegründet werden zu dem Zweck, unter dem Volke den Atheismus zu verbreiten, von dem viele Politiker glaubeu, daß er nicht allein die Gemüter arm mache, sondern als Volksglaube auch die bürgerliche Ordnnng gefährde, dann bleibt doch den Beschimpften und Bedrohten gar nichts andres übrig, als sich ebenfalls zn ihrem eignen Schutz und zu dem der bürgerlichen Ordnung auf religiöser Grundlage politisch zu organisieren. Ob der eben erwähnte Brief dem frennd- schnftlicheu Verkehr der beiden Männer ein Ende gemacht hat, ist ans dein Buche nicht zu ersehen. Larl I-ntsch
Die deutschen Großstädte
Einige Bemerkungen zu den statistischen Zahlen von B. Bruhns
s ist eine wohlbekannte Tatsache, daß sich seit dem dentsch-fran- zösischen Kriege von 1870/71 in der Verteilung der Bevölkerung Deutschlands ganz außerordentliche Veränderungen vollzogen haben. Die Gesamtzahl der in Deutschland lebenden Menschen hat sich stetig vermehrt und ist in den 34 Jahren von 1871 bis 1905 von 41 Millionen bis auf mehr denn 60^ Millionen angewachsen, das heißt sie hat um fast 50 Prozent (genauer 47,6 Prozent) zugenommen. Gehen wir um weitere 34 Jahre zurück bis zum Jahre 1837, so finden wir auf demselben Gebiete, das heute von Deutschland eingenommen wird, 31^ Millionen. Das besagt, daß in diesem Zeitraum die Zunahme nur 30 Prozent betragen hat, also wesentlich weniger als in der langen Friedensperiode der Gegenwart.
Wichtiger aber als diese starke Gesamtzunahme ist das unverhültnismüßige Anwachsen der großstädtischen Bevölkerung gegenüber der der kleinen Städte und des flachen Landes. Im Jahre 1871 lebten von 41 Millionen 2 Millionen in den Großstädten von je über 1V0000 Einwohnern, also 4,8 Prozent. Damals