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Die Japaner im Lichte der neuern Forschung
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Overbeck und Treitschke

heitere Lebensauffassung beruhen, die dem Japaner in hohem Maße eigen sind. Sie gehören noch zu den glücklichen Völkern, denen die Einspannung in den maschinenartigen Ablauf der europäischen und uoch mehr der ameri­kanischen Arbeitsweise unbekannt ist.

Ein Zug des Charakters wird sich uicht leugnen lassen: Wahrheitsliebe und Offenherzigkeit sind wenig ausgebildet. Hier hat Rein das überraschende Urteil gefüllt, daß der Japaner „zutraulich" sei. Im ganzen sind alle Orientalen dem Fremden gegenüber verschlossen. Munzinger nennt die Japaner „Meister in der Verstellungskunst". Er geht nie gerade auf ein Ziel, lügt zwar nicht offenkundig, sagt aber auch nie geradeaus die Wahrheit. Unzu- verlässigkeit ist ein Hauptzug im Wesen des Japaners, der es freilich sehr liebenswürdig durch eine Höflichkeit verdeckt, die ihm Gewohnheit ist. Weit weniger als der Europäer äußert er auch seine Affekte.

In seinem innersten Wesen ist der Japaner von der übernommnen euro­päischen Kultur völlig unberührt geblieben. Sie ist ihm wesentlich ein tech­nisches Hilfsmittel zur Durchführung seiner Machtansprüche, kein Wert seines innern Daseins. ,,Japan hat die fremde, überlegne Kultnr des Westens nicht erlebt, wohl aber erlernt", urteilt Wachs. (Schlaglichter auf Ostasieu uud den Pacific, 1901.) Die Masse des Volkes ist von der europäischen Kultur kaum beeinflußt worden. Die leitenden Kreise haben sie übernommen und nachgeahmt, nicht aus Verständnis für ihren Wert, auch ohne Sympathie für sie, aber aus Zwang im Interesse ihrer praktischen Bestrebungen. Am tiefsten hat wiederum Lefcadio Hearn diese Hergänge durchschaut, wenn er die Auf­nahme der westlichen Kultur auffaßt als ein freiwilliges und wohlüberlegtes Nachgebe», wie es der Berufsathlet etwa zu üben weiß, in einem großen politischen, mit den geistigen Mitteln der Zivilisation geführten Ningkampf.

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Overbeck und Treitschke

i enn Nietzsche, den der ungestillte Durst «ach Anerkcnnuug krank und toll gemacht hat, das bei gesunden Sinnen erlebt hätte! Natürlich konnte er es so nicht erleben, da es ja eben sein ! tragisches Ende ist, was ihm den großen Erfolg verschafft: seinen > Namen in aller Mund, seine Bücher in alle Hände gebracht, ein paar Millionen jungen Leuten den Kopf verdreht, die Journalistik mit seinen Schlagwörtern bereichert, eine ganze Literatur hervorgerufen, ein Nietzschearchiv begründet und seine schwärmerischen Jünger dermaßen erhitzt hat, daß sie einander gegenseitig in die Haare geraten. So prozessiert jetzt