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Menander in Lauchstedt
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Noordmijk aan Jee

neuern attischen Komödie sind es, deren Erben und Nachfolger Shakespeare und Moliere, Holberg und Lessing geworden sind.*)

Freuen wir uns, daß wir jetzt den Ahnherrn des modernen Lustspiels wieder in ureignen Schöpfungen lesen und verstehu können. Denn natürlich, nur im Original läßt er sich ganz genießen. Seine wundervollen Verse, seine ungekünstelte uud doch abwechslungsreiche Sprache, die jedem Gedanken den treffenden Ausdruck gibt, sind eben unübersetzbar. Viele Feinheiten des Originals verblassen in der Übersetzung oder werden vergröbert. Darum hat Carl Robert nach der Erstausführung am 20. Juui seinem Publikum, das ihn nach der Vorstellung stürmisch hervorgerufen hatte, gesagt: „Leseu Sie ihn griechisch!" Mag man aber auch gerade von diesem Dichter sagen, daß auch eine gute Übersetzung der Rückseite des Teppichs gleicht, so ist doch in der Übersetzung lesen besser als gar nicht lesen.

Seien wir darnm dem Gelehrten dankbar, der mit seiner deutschen Über­tragung der neugefuuduen Szeneu die Bekanntschaft mit dem Dichter erleichtert oder ermöglicht. Ein besondres Glückslos aber haben die gezogen, die den nenen Menander in Lanchstedt gesehn haben. Bei jeder der drei Aufführungen war das hübsche Theater gefüllt bis auf den letzten Platz, und nicht nur von Fachleuten. Auch die Damen waren zahlreich vertreten. Jedesmal hat lebhafter Beifall den Darstellern und den Leitern der Aufführung gezeigt, daß ihre Mühe dankbare Zuschauer gefunden hat. Mir wird die Menanderanfführuug in Lauchstedt iu schöner Erinnerung bleiben.

Leipzig ^ y„» ^»>>»> Karl Meister

Noordwijk aan Zee

äsar Flaischleu hat ein wundersames Gedicht verfaßt: „Im Kahn". Tränmend läßt sich im Nachen der Sänger von deu Wellen schaukeln uud wiegen uud forttragen in die Ferne, den stillen, weißen Wolken zu, die den Horizont umschweben; immer mehr versinkt die Küste, alles wird zu blauem Glanz: Selig lieg ich auf dem Rücken, horche auf die Ammenlieder, die mir Wind und Wellen singen . . , Falte langsam meine Hände . . . schließe lächelnd Meine Augen und verträume in den Himmel Wie ein Kind in stiller Wiege . . .

Meine Mutter ist die Sonne . . .

Meine Mutler ist die Sonne, Und ich weiß, sie hat mich lieb!

Vor ein paar Jahren, als ich zuerst in dem holländischen Seebade Noord- wijk weilte und das Leben in Poesie und Poesie sich in Leben wandelte, da

") Vgl. von Reinhardstöttner, Spätere Bearbeitungen plcmtmischer Lustspiele. Leipzig, 1886.