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Menander in Lauchstedt
der Natur eine neue Stufe der Wirklichkeit einführt, die für unsern Gesichtskreis nur im Menschen zur Eröffnung kommt, die aber nicht aus ihm hervorgeht und daher auch nicht den Bedingungen seiner Natur unterliegt. Mit andern Worten: das Geistesleben im Menschen bricht zusammen, und alles Mühen darum ist ein Haschen nach Phantomen, wenn es hinter sich nicht eine geistige Welt hat, aus der es schöpft und die es vertritt. Daß die Anerkennung einer solchen selbständigen Tiefe des geistigen Lebens bei uns den Anblick des Menschen und der Welt wie auch die Aufgabe des Lebens aufs wesentlichste verändert, ja daß sie eine Umkehrung der gesamten vorgefundnen Lage bewirkt, wird näher darzulegen sein; dann ist auch zu prüfen, ob damit die Erhöhung des Menschen geboten wird, ohne die das Leben allen Sinn und Wert verliert." —
So sehen wir hier den reichen Ertrag einer gut angewandten Lebensarbeit: Eucken schüttelt mit freigiebiger Hand an dem Baume seines Lebens, und die Früchte fallen „gehäuft uns in den Schoß".
Möge dem edeln Manne noch recht lange seine körperliche und geistige Frische erhalten bleiben! Denn er hat uns noch viel zu sagen, und wir — wir haben ihn noch viel, sehr viel zu fragen!
Menander in Lauchstedt
>ancher griechische Schriftsteller, dessen Verlust wir jetzt beklagen, ist noch bis zum Anfang des siebenten Jahrhunderts n. Chr. gelesen worden, wo die antike Kultur in der Osthälfte des alten römischen Reiches durch den Einbruch der Araber einen schweren !Stoß erhielt. Unter den vielen, die in der darauffolgenden Periode des politischen und geistigen Niedergangs vergessen und verloren worden sind, gibt es wenige, die die Nachwelt so schmerzlich vermißt hat, wie den berühmtesten Dichter der hellenistischen Zeit, Menander von Athen. Aber schon seit einigen Jahren konnte man hoffen, daß dieser Hauptvertreter der neuern attischen Komödie nicht auf immer untergegangen sei. In Ägypten sind in griechischen Gräbern und Kehrichthaufen, die man ausgegraben hat, zahlreiche Reste griechischer Bücher und Buchrollen gefunden worden, die uns schon manches bisher Verlorne wiedergeschenkt haben. Schon wiederholt waren unter diesen Funden größere und kleinere Bruchstücke von Komödien Menanders ans Tageslicht gekommen, die wenigstens zeigten, daß der Dichter einst in Ägypten viel gelesen worden ist, ja es ließen sich aus ihnen auch einzelne Szenen rekonstruiereu. Aber alles frühere hat der neuste Fund in den Schatten gestellt. Bei französischen Ausgrabungen ist ein teilweise erhaltnes