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Die Bedeutung der Farben in der Tierwelt
treibung sagen, daß/bei aller an sich gewiß erfreulichen Zunahme des Kunstinteresses im großen Publikum, die Beschäftigung mit der Kunst, weil sie sich vortrefflich mit der Halbbildung zu vertragen scheint, immer mehr unter die Analphabeten gerät. Wo sie ja auch hergekommen ist, wird mancher denken, denn von Haus aus war ja die alte Kirchenmalerei in der Tat für Leute bestimmt, die nicht lesen konnten oder mochten, sodciß wir nichts dagegen einzuwenden wüßten, wenn sich auch die heutigen Interessenten mit dieser bescheidnen Position zufriedengeben möchten. Es gibt aber auch weniger anspruchslose Menschen, und für die wird es eine Genugtuung sein, wieder einmal ein Buch von streng wissenschaftlichem Charakter, worin von Gegenständen der Kunst die Rede ist, in Händen zu haben. Bei dieser Gelegenheit möge hier am Schluß ein glücklich geprägtes Wort stehn, womit kürzlich im sächsischen Landtage der Finanzminister, dem zugleich die Kunstsammlungen unterstehn, auf allerlei Anremplungen antwortete: „Auf keinem andern Felde kann eben der Mangel an Wissen so leicht verborgen werden wie in Angelegenheiten der Kunst." Treffend und wahr und um seiner dogmatischen Klarheit willen wert, behalten zu werden!
Die Bedeutung der Farben in der Tierwelt
von I. p. Filskow in Lckernförde
ei einer Umfrage darüber, ob in der Pflanzen- oder in der Tierwelt die größte Farbenpracht herrsche, würden unstreitig die meisten Antworten zugunsten der Pflanzenwelt ausfallen. Solche Urteile können jedoch nur bei oberflächlicher Beobachtung zustande kommen; wer aber überall in der Tierwelt genaue Umschau hält, gelangt zu einem gegenteiligen Ergebnis. Freilich ist eine übergroße Zahl von Tieren unscheinbar gefärbt. Welcher blendenden Farbenpracht begegnen wir dafür bei unendlich vielen andern Tieren! Es sei nur an das metallisch glänzende Gefieder der Kolibris, der Papageien, der Fasanen und andrer buntfarbiger Vögel erinnert, ferner an die schillernden Farben der Schlangen und vor allem der Insekten, dann an den ungemein großen Farbenreichtum, der unter den Tieren des Meeres herrscht, und endlich an die Buntscheckigkeit und grelle Färbung unsrer einheimischen und der tropischen Säugetiere.
Daß diese vielgestaltigen Farben in der Tierwelt ebensowohl ihren besondern Zweck haben, wie dies in der Pflanzenwelt der Fall ist, und nicht etwas Zufälliges sind, dürfte wohl einleuchtend sein. Während aber das in der Pflanzenwelt am meisten verbreitete Grün einen rein physiologischen Zweck,