Bilder ans der Grafschaft Glatz
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Mitgefühl Ihnen selbst culssprechcn. Jetzt nun gar, wo der Ort, den er in Griechenland zuerst betreten Missolonghil, zu Grunde gegangen und vielleicht svgar das Hans zerstört ist, das der werthe Mann bewohnte."
Den Schluß des Briefes an Sterling bildet ein frommer Wunsch, mit dem mich wir schließen wollen: „Möge es uns Überbliebcnen so wohl gehen, als die Zeiten, in die wir gekommen sind, und das menschliche Geschick, das über uns alle waltet, nur immer erlauben will."
Bilder aus der Grafschaft Glatz
von Vtto Aaemmel
^. Landeck (Schluß)
er diesem Badgetriebe entgehn will, ist nach wenigen Schritten im einsamen Hochwald. Wie Landeck ganz eingehüllt ist von dem Grün der Gärten und Parks, von Linden- und Rosenduft durchweht, vou munterm Bache durchflossen, so erhebt sich auf drei Seiten das Waldgebirge von etwa 450 bis nahezu an 1000 Metern Höhe, und überall quillt und rauscht es dort von lebendigein Wasser, das in kleinen und größern Rinnen der Viele zuströmt, alles mit üppigem Pflnnzenwuchs erfüllend. Das ist der Sndetenwcild, den Eichendorff, der geborne Schlesier, bei seinem vielbesungnen Liede im Auge hat: „Wer hat dich, du schöner Wald, aufgebaut so hoch da droben"; an Thüringen oder den Harz hat er dabei nicht gedacht. Unmittelbar unter der Georgenkapelle führt ein Wiesental in langsamer Steigung zwischen den Abhängen des Waldgebirges aufwärts. Ein klarer Bach bildet einen Teich, auf dem bunte Kühne zu einer harmlosen Wasserfahrt einladen. Keine Viertelstunde weiter breitet sich zwischen uralten Tannen eine Lichtung aus. Dort liegt eine Molkerei, die aber auch andre Getränke verschenkt, und im Schatten der hohen Bäume der „Waldtempel", auch er ein Denkmal einer vergangnen Naturschwärmerei: ein tempclartiger Bau mit einer Vorhalle von vier hölzernen ionischen Säulen unter einem griechischen Giebel; in dessen Felde prangt der springende weiße Löwe auf rotem Grunde, das böhmische Wappentier; in der Vorhalle über der Eingangstür zu der Halle selbst stehn die etwas sentimentalen Verse:
Hier, wo durch dichtes Laub die Sonne sich verzehret,
Der allerwärmste Tag in kühle Nacht sich kehret,
Hier sucht der Menschen Freund, betäubt vom Stadtgewühle,
Erholung für den Geist und für das Herz Gefühle,
Und hier bekennt er frey, daß ohne Prunk und Pracht
Vergnügen nur allein den Menschen glücklich macht.
So sang ein schlesischer Poet zur Zeit von Goethes italienischer Reise gewiß ganz im Sinne des Erbauers, und der war 1786 kein geringerer als jener Graf Hoym, der allmächtige „dirigierende Minister" von Schlesien (seit 1770), der sich 1806 so haltlos nnd kopflos benahm, aber durchaus der Bildung und