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Bilder aus der Grafschaft Glatz. 3. Das untere Bieletal
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Reifezeit

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Hauses bietet auch polnische Zeitungen, das Slowo, den Dziennik Poznanski, und die kleine Buchhandlung au der Brücke legt mit Vorliebe revolutionäre russische Literatur aus. In der Tat hört man während des Augusts auf den Promenaden und auf dem Kurplatze ebensoviel polnisch und russisch sprechen wie deutsch.

So findet sich eine stark internationale Gesellschaft auf dem Kurplatz im Schatten der mächtigen alten Waldbüume zusammen, die ihm charakteristisch sind, offenbar Neste des Waldes, der einst hier gestanden hat, nicht erst später hier angepflanzt: hundertjährige hohe Ahornbäume, Fichten, Tannen, eine ganze Allee von hochstämmigen Lärchen. Wenn die Kurmusik spielt, abwechselnd nachmittags und abends, oder gar das beliebte Musikchor der wackern schlesischeu Füsiliere Nr. 38 Graf Moltke' aus Glatz, dann entfaltet sich hier ein buntes Gewimmel: elegante duftige Sommertoiletten, Hüte von oft abenteuerlichen Gestalten bei Weiblein und Männlein, dazwischen die Uniformen des deutschen Heeres und besonders des sechsten Armeekorps, Kadetten aus Wahlstatt mit deu gelben Achselklappen, aber auch grauröckigeAfrikaner" mit gebräunten, oft leidenden Zügen, die zur Kur hier find und nicht zum Vergnügen, wie offenbar so viele andre Leute. Das alles flaniert in buntem Strome auf dem Haupt­wege zwischen den Tischen hin und her, den Klängen der Musik lauschend, plaudernd, lachend,flirtend", beobachtend, sorglos, seelenvergnügt. Am frühen Morgen sammelt sich das wirklich die Kur benutzende Publikum in den schönen Anlagen hinter dem Marienbade um den Musikpavillon nnd genießt hier zugleich von diesem etwas erhöhten Terrain aus anmutige Ausblicke in die Umgegend hinaus: auf das Städtchen Landeck inmitten der freundlichen, blühenden Landschaft, auf die langgestreckten Bergzüge dahinter, auf den Hohen Schneeberg und nach der andern Seite auf das östliche Grenzgebirge nach Schlesien hin, zu dem eine prächtige Straße in langen Kehren emporsteigt.

(Schluß folgt)

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Roman von Lharlotte Niese (Fortsetzung)

etzt sind acht Tage verstrichen, daß Dolly in der Goldnen Gans wohnt, nnd sie kennt Bärenburg besser, als ich es jemals gekannt habe, und wundert sich, daß ich dieses und jenes nicht weiß. Sie weiß, daß die medizinische Fakultät hier sehr aufgeregt über Doktor Roland uud über seine neuen Heilmethoden ist, und sie hat in Er­fahrung gebracht, daß der Geheime Medizinalrat im Ministerium war, um Roland von hier wegzubringen. Aber der Minister hatte schon selbst zweimal an Roland geschrieben und wird nächstens auf einige Wochen in der Goldnen Gans wohnen. Dolly weiß noch viel mehr, und sie unterhält sich hier ausgezeichnet. Sie hat schon auf Schloß Mieden einen Besuch gemacht nnd hat von dort allerlei Neuigkeiten mitgebracht, die sie mir sehr gern erzählen Grenzboten III 1908 18