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Lin Briefwechsel von Lothar Bücher im Ruhestand
bäuerlichen Bevölkerung geholfen werden könne. Das Ministerium des Innern stellt Maßnahmen zur Eindämmung gewerbsmäßiger Gütcrzertrümmernug in Aussicht und erwägt, ob nicht durch Ausgestaltung des bäuerlichen Erbrechts auf eine wirtschaftlichere Gestaltung der Übernahmepreise hinzuwirken wäre.
(Lin Briefwechsel von Lothar Bücher im Ruhestand
Mitgeteilt von Heinrich v. Poschina, er 2
> erliu, Lützowstraße 3ö, den 24. Jannar 1887. Geheimrat Lothar
> Bucher an Frau von Kusserow: Verehrte Freundin,
Sie wollen wissen, wie ich auf das Pseudonym Bogislaw*) gekommen bin. Als ich noch für die „Nationalzeitung" schrieb, pflegte ich nach englischer Sitte zum heiligen Abend eine Weihnachtsgcschichte, vbristwa.8 Larol, zu liefern. Die eine, 1861 oder 62 geschrieben, gab ein Stück Selbstbiographie, in der ich mich Bogislaw nannte in Erinnerung an meine pommersche Heimat, deren Herzoge diesen Namen durch viele Generationen getragen hatten. Ich habe mir geschworen, das einzige noch vorhandene Exemplar nicht ans den Händen zu geben, weil eine andere solche Erzählung mir einmal entliehen und nicht zurückgegeben worden ist. Aber wenn Sie dies Stück Dichtung und Wahrheit lesen wollen, so bringe ich es einmal nach Hamburg.
Da Sie bei Autographen nicht mir auf die Schriftzüge, sondern auch auf den Inhalt sehen, so wird Ihnen auch der anliegende Brief von Eckardt**) willkommen sein. Die Aussicht, auf der Ebene von Karthago — Puttkamer schreibt vielleicht Kartago — zu botanisieren, hat etwas sehr verlockendes. Wollen Sie nicht mit Charlottcheu dahin gehen? Ich komme mit.
Für Ihre häuslichen Sorgen habe ich das vollste Mitgefühl; ich weiß aus eigener Erfahrung, welchen Verdruß einem schlechte Dienstboten machen können.
Während des kalten Wetters ging es mir gut, so gut, daß ich mich einmal als Eisonkel von Grete Begas auf den neuen See begab; seit dem Tauwetter habe ich einiges Zwacken.
Den „Kladderadatsch" schicke ich, weil er antifreisiunig geworden ist. Herzliche Grüße. Immer der Ihrige Bucher.
Berlin, Lützowstraße 39, den 21. Februar 1887. Geheimrat Lothar Bucher au Frau von Kusserow:
Verehrte Gönnerin,
Da Ihnen mein Vorschlag, nach Tunis zu gehen, uicht gefallen hat, so habe ich mich nach einer anderen Zuflucht umgesehen vor den Hexenschüssen und dem Reißen in der Hand, womit ich seit Wochen geplagt bin. Der Entschluß, auf eine Zeitlaug auszuwandern, ist mir nicht leicht geworden. Ich muß eine Arbeit uuter-
^) Bucher veröffentlichte unter diesem Namen mehrere historische Aussätze in der Deutschen Revue.
Der deutsche Konsul in Tunis.