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Landspekulanten und Bauernstand
man mit den hierzu notwendigen Arbeiten. Diese sind erst im Jahre 1906 zum Abschluß gelangt, sodaß die Pressenachrichten wenig Glauben verdienen, die russische Negierung beabsichtige Libau als Kriegshafen aufzugeben.
In den letzten Jahren ist viel die Rede davon gewesen, anch aus Windcm einen Kriegshafen zu machen, sobald Libau ganz fertig sein werde.
Noch an einem andern Punkt seines weiten Besitztums hat sich Rußland vor nicht langer Zeit einen neuen Hafen zu verschaffen gewußt, und zwar im Norden in Alexandrowsk an der Katharinenbucht, nahe bei der norwegischen Grenze. Da dieser Hafen, der Nähe des Golfstromes wegen, das ganze Jahr über eisfrei ist, und da zudem die Verbindung von hier aus nach dem Innern Rußlands durch den Bau der Bahn Wologda-Archangelsk mit der Zeit außerordentlich verbessert worden ist, so kann hier nach und nach für den Norden des russischen Reichs ein Handelsplatz von großer Bedeutung entstehn. Der Hafen wurde 15. Juni 1899 eingeweiht und soll demnächst auch noch befestigt werden.
Im August desselben Jahres (1890) besetzte Rußland auch die ein wenig weiter nördlich gelegne Insel Bjorneo (Bäreninsel), um zu verhindern, daß sich hier irgendeine andre Macht festsetzte, und dann Alexandrowsk.
Es ist, bevor das Ostseeabkommen veröffentlicht wurde, und auch noch hinterher vielfach die Rede davon gewesen, daß Rußland die Aufhebung der Klausel des Pariser Vertrages anstrebe und danach eine Nenbefestigung der Alandinseln in Erwägung ziehn werde. Augenscheinlich sind das aber uur Vermutungen gewesen, wenigstens hat der russische Minister des Auswärtigen, Jswolski, in der Duma erklärt, daß sich Rußland nicht mit derartigen Plänen trüge.
Landspekulanten und Bauernstand
von Aug. Llvers
ileich nach dem siegreichen Kriege von 1870/71, als die Spekulation und das Gründungsfieber, auf die französischen Milliarden pochend, ihre Orgien feierten, verlegten Unternehmer, die einen mühelosen Gewinn wohl zu schätzen wußten,' das Feld ihrer ! Tätigkeit auf das platte Land. In gut bevölkerten, wohlhabenden Gegenden kauften sie Landstellen auf, teils gegen bar, teils auf Vorkaufsrecht, und parzellierten diese. An geistigen Getränken wurde auf den in den Abendstunden im Wirtshause abgehaltnen Verkaufsterminen nicht gespart, und wenn die Köpfe dann recht erhitzt waren, wenn die „rechte Stimmung" aufgekommen, wenn ein jeder der Käufer bei der Ehre seines Geldbeutels gepackt war, wenn
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