Beitrag 
An den Wegen des Weltverkehrs 1. Der Suezkanal
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

An den Wegen des Weltverkehrs

von Hauptmann Gtto Neuschler ^. Der Suezkanal

>ie vielseitigen Fortschritte und Verbesserungen auf den Gebieten von Industrie und Technik, von Handel und Gewerbe, die uns die letzten Jahre in reicher Fülle gebracht haben, werden immer gefolgt von einer Vermehrung und Weiterausdehnung des Ver­kehrs sowohl im kleinen von Ort zu Ort, von Hand zu Hand, wie auch im großen von Weltteil zu Weltteil, von Weltmeer zu Weltmeer. Manche Straße des Weltverkehrs, die noch vor wenigen Jahren und Jahr­zehnten als ein Wunder der Technik betrachtet wurde, genügt heute den An­forderungen des gesteigerten Verkehrs nicht mehr und fordert gebieterisch nach baldiger Erweiterung. Daneben entstehn immer neue Wege, die sich der Weltverkehr einrichtet, mit denen er ferne Länder, weit getrennte Weltteile verbindet, und auf deneu ungeheure Entfernungen in früher nie für möglich erachteter Kürze der Zeit zurückgelegt werden.

Mehr und mehr beteiligt sich auch deutscher Fleiß und deutsche Tüchtig­keit auf diesen Gebieten. Bedeutende Bahnlinien sollen in absehbarer Zeit den Persischen Meerbusen und damit den Indischen Ozean mit dem Herzen Europas verbinden und so eine neue Straße des Weltverkehrs schaffen. Daneben ist man in Deutschland selbst daran, eine groß angelegte Verkehrs­straße, die sich nach wenigen Jahrzehnten nicht mehr als ausreichend erwiesen hat, zu vergrößern und den neuzeitlichen Anforderungen entsprechend zu er­weitern. Der Nord- und Ostsee verbindende Kaiser - Wilhelm - Kanal wird einem nötigen Umbau unterzogen, durch den er befähigt werden soll, auch den allergrößten Fahrzeugen der Kriegs- und der Handelsmarine Durchlaß zu gewähren.

In ähnlicher Weise wie dieser deutsche Kanal genügt auch der vor­wiegend unter britischem Einfluß stehende Suezkanal nicht mehr völlig den Grenzboten III 1908 14