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Statisches zur Finanzlage
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statistisches zur Finanzlage

ei einer Prüfung der Schuldenlast und Schuldenpolitik von Reich und Staat in Deutschland wird man den gegenwärtigen Zustand und die vvrhanduen Entwicklungstendenzen unterscheiden müssen.

Der gegenwärtige Zustand Von einer Überschuldung des Deutschen Reichs und seiner Einzelstaaten in dem Sinne, daß durch die gegenwärtige Höhe der Reichs- und Staats­schulden von etwa 19 Milliarden Mark eine Gefahr für die Erfüllung der hieraus folgenden Schuldverpflichtungen gegenüber den Gläubigern oder eine unerträgliche Belastung der Steuerzahler hervorgerufen werde, kann nicht die Rede sein. Auch die bei der jetzigen Finanzgebarung in den nächsten Jahren mit Sicherheit bevorstehende Vermehrung unsrer Verschuldung um 1 bis 3 Milliarden Mark kann zu Bedenken in dieser Richtung keinen Anlaß geben.

1. Zunächst stehn diesen Passiven des Reichs und der Einzelstaaten als Aktiva Eigentumswerte an produktiven Reichs- und Staatsanlagen gegen­über, die einen nicht unwesentlich höhern Wert als jene Schuldsumme re­präsentieren.

Nach dem Statistischen Jahrbuch des Deutschen Reichs stellte sich allein das Anlagekapital der Reichs- und Staatseisenbahnen 1904 auf 14,6 Milliarden Mark. Der wirkliche (Verkaufs-) Wert dürfte, schon infolge der gestiegnen Bodenpreise usw., bedeutend höher zu veranschlagen sein. Finanzminister Freiherr von Nheinbaben hat gelegentlich den wirklichen Wert der preußisch­hessischen Bahnen allein auf etwa 19 Milliarden, also in Höhe der gegen­wärtigen Reichs- und Staatsschuld zusammen angesprochen. Zu dem Werte des Eisenbahnbesitzes kommt der gesamte Domänenbesitz von 723326 Hektar mit 32,2 Millionen Mark Reinertrag, der Forstbesitz von 4964981 Hektar mit 113 Millionen Mark Reinertrag (im Jahre 1906), der Bergwerksbesitz mit 21,6 Millionen Mark Reinertrag hinzu. Kapitalisiert man die Neinerträge aus Domänen- und Forstbesitz mit 3 Prozent, aus Bergwerksbesitz mit 4 Prozent, Grenzboten HI 1908 3