Maßgebliches und Unmaßgebliches
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Drewes zuerst und dann bei Kantors und zuletzt auf der Pfarre. Amalie ist daran schuld gewesen, und der Herr Pfarrer hat nicht durchdringen können und zuletzt seine Hände in Unschuld gewaschen. Und nun setzte auch noch Regenwetter ein. Das war offenbar vis inasor, man gab den Kampf mit den Malischen Flüssigkeiten auf. ließ laufeu, was laufen wollte, und es währte nicht lange, so war Obergrafenstein wieder, was es zuvor gewesen war.
Nach Jahr und Tag wurde in Dorneburg Kreistag abgehalten. Der Herr Landrat hatte den Brauch, eine Übersicht zu geben über die Arbeiten und Erfolge des vergangnen Jahres. Und so verfehlte er denn auch nicht zu rühmen, was für die bessere Feuersicherheit des Kreises geschehn sei, namentlich für die allgemeine Einführung vorschriftsmäßiger Aschengruben.
Haben Sie denn eine Aschengrube? fragte währenddessen leise der Kreisdeputierte Erbsmehl den Kreisdeputierten Fabian.
Nee. Sie?
Nee, auch nicht.
Darauf ging der Herr Landrat zum Berichte über die Sanierung der ländlichen Ortschaften über.
Sagen Sie mal, fragte Erbsmehl, wo steckt denn Regener? Hat den Typhus.
Den Typhus? In Obergrafenstcin? So ein gesunder Ort!
Ja, er hat in seinem Hofe ein Senkgrube für die Abwässer angelegt. Wissen Sie hinter dem Pferdestalle, nicht weit vom Brunnen. Es ist der einzige, der es gemacht hat. Und nun ist bei dem vielen Regen das Schmutzwasser in den Brunnen getreten. Jetzt hat das ganze Haus deu Typhus. Sehen Sie, das hat er davon.
Maßgebliches und Unmaßgebliches
Reichsspiegel. (Der Streit im Flottenverein.)
Berlin, 20. Dezember 1907
Wo sind die Zeiten hin, wo es auch im Getriebe der Politik Augenblicke stiller Sammlung gab? Bei dem immer lebhafter werdenden Anteil der Öffentlichkeit an allen möglichen Angelegenheiten gibt es folche ruhigen Momente kaum noch. Im vorigen Jahre klang der Lärm der Wahlagitation schon in die Weihnachtsfeier hinein, und jetzt sind es innere Kämpfe um die Form der natioualen Agitation, die — neben allerhand Sensationen — die politischen Kreise in Erregung versetzen. Der Hardenprozeß beginnt eben jetzt vor dem Feste in zweiter Auflage, und nun hat auch der Streit im Flottenverein viele Köpfe erhitzt und droht ver- schiedne, recht unangenehme Folgen zu zeitigen. Die Sache hat immerhin eine solche Ausdehnung gewonnen, daß man an dieser Stelle nicht daran vorübergehn kann.
Im Mittelpunkt steht eine grundsätzliche Frage, nämlich in welcher Form ein nationaler Verein seine Agitation treiben und wie weit er sie ausdehnen soll. Zwei gruudverschiedne Meinungen stehn sich gegenüber. Die eine wünscht von dem Flottenverein, daß er im Anschluß an die berufnen Stellen unter ihrer Leitung und Kontrolle das Verständnis für ihre Wünsche und Pläne im Volke durch ruhige, sachliche Belehrung fördern soll. Die andre will, unabhängig von den Wünschen