Beitrag 
Trusts, Schwindel, Handelskrisis in Amerika
Seite
562
Einzelbild herunterladen
 

562

Über die Linseitigkeiten und Gefahren der Schnlreformbewegung

Steinen Gold machen könne. Bei einer neusten Probe stellte sich heraus, daß ein großer Teil der in Bilanzen und Börsennotierungen paradierenden Werte ganz eingebildet war. Als das große Publikum dank dem Rooseveltschen Vorgehen gegen die Trusts das zu begreifen anfing, war das allgemeine Mißtrauen da, und nun hieß es: rette sich, wer kann. Der erste Stoß traf die Banken. Diese mußten nun Geld von ihren Schuldnern fordern, die in der allgemeinen Panik keine Waren, Eisenbahnen, Wertpapiere, Häuser in Geld verwandeln konnten. Der Verlauf läßt sich nun an den Fingern abzählen.

Über die (Linseitigkeiten und Gefahren der schnlreformbewegung

vortrag gehalten vor der Pädagogischen Sektion der Versammlung deutscher Philologen und Schulmänner in Basel am 25. September ^9^?

>er Wunsch, dem ich vor einigen Jahren in einem Schulreform­aufsatz irgendwo begegnet bin, man möge doch die Reform damit beginnen, alle deutschen Gymnasiallehrer auf eine große Wiese im weiten Vaterlande zusammenzutreiben und niederzuschießen, ! dieser fromme Wunsch hat sich bisher noch nicht verwirklicht. Diesem ungewöhnlich glücklichen Umstände allein verdanken wir es zu einem guten Teile, meine Herren, daß wir heute so vergnügt und tatenfroh beisammen sein können; ihm verdanke auch ich, der ich ebenfalls zu dieser vermaledeiten Sippe gehöre, die Möglichkeit, am heutigen Tage mich zwar nicht mit jenem oben angeführten, aber mit manchen andern Wünschen der Reformer und mit den Aussichten, die ihre Verwirklichung unserm Volke böte, zu beschäftigen. Ernst genug sind ja die dadurch angeregten Fragen freilich, und ich beeile mich deswegen, den scherzhaften Ton, zu dem mich jener erste Wunsch nach dem Juvenalschen Spruche cliWoils ost satirain non soridsro veranlaßt hat, alsbald abzustreifen und mit aller Wucht des Ernstes in die Prüfung einiger weiterer solcher Wünsche und Bestrebungen einzutreten, die mir besonders bedeutungsvoll erscheinen.

Zuerst eine grundlegende Betrachtung. Die Erwägung der veränderten Verhältnisse einer fortschreitenden Zeit, denen unsre Schule nicht im wünschens­werten Tenipo Rechnung trage, scheint mir den psychologischen Boden zu bilden, aus dem jene Bestrebungen im wesentlichen erwachsen. Eine solche Erwägung ist gewiß an sich berechtigt. Aber sie muß hier schon deswegen abgelehnt werden, weil unsre Unterrichtsweise gerade in den letzten Jahrzehnten, wie jeder Sach­kundige weiß, eine solche Umbildung nicht bloß ihres ganzen Geistes, sondern auch ihrer äußern Formen schon erfahren hat, daß man mit Fug fragen kann,