180
West- und Ostdeutsch
drei Hauptleute, drei Generalstabs- nebst fünf zugeteilten Offizieren eingestellt werden.
Aus unsrer kurzen Zusammenstellung über den gegenwärtigen Stand des Militürerziehungs- und -Bildungswesens beim Heere der Vereinigten Staaten dürfte hervorgehn, das; die praktische und theoretische Heranbildung zum Offizier und die Weiterbildung des Offiziers auf guter Grundlage ruhen und nach Anschauungen geleitet sind, die der ganzen Armee mit stetig wachsendem Nutzen zugute kommen werden.
West- und Ostdeutsch
Mutterland und Aolonialland von Vtto Ucremmel
! eutzutage wird sehr viel operiert mit der UnVeränderlichkeit der Rassen, deren Verhältnis zueinander und deren Mischung miteinander oft als die schlechthin entscheidende historische Tatsache betrachtet wird. Wenn man in Mitteleuropa den Unterschied und die I Mischungen zwischen der blonden, langschädligen nordischen (germanischen), der ebenfalls langschädligen, aber dunkeln, kleinern mittelländischen und der zwischen ihnen stehenden knrzschüdligen und ebenfalls dunkeln alpinen Nasse festgestellt hat, dann glaubt man wohl die ganze geschichtliche Entwicklung dieses Erdraums erklärt zu haben. Soviel Beachtenswertes nun diese im allgemeinen von Gobineau und Chamberlain, in Deutschland vor allem von dem leider zu früh für die Wissenschaft verstorbnen Ludwig Woltmcmn vertrctne Theorie haben mag, so werden dabei doch andre Einflüsse, die längst, schon von Herder und nach ihm von Karl Ritter, Friedrich Ratzel u. a. geltend gemachte Wirkung des Grund und Bodens wie der gesamten Umwelt und der geschichtlichen Erlebnisse zu wenig in Rechnung gezogen (ein Vorwurf, der übrigens L. Woltmanns letztes Werk „Die Germanen in Frankreich" nicht trifft). Gelegentlich wird auch kein rechter Unterschied gemacht zwischen dem anthropologischen Begriff der Nasse, die auf physischen Merkmalen beruht, und dem historischen Begriff des Volkstums, der vor allem bestimmte geistige Eigenschaften umschließt, und man kommt dann leicht zu dem Irrtum, als ob solche allmählich gebildete, historisch gewordne Gemeinschaften wie Stamm und Nation ebenso verschieden und ebenso unveränderlich seien, wie es die Nassen angeblich sind, was doch durch die Tatsachen hundertfach widerlegt wird.
Auch auf deutschem Boden spricht man wohl von verschiednen „Rassen", ohne dabei an die von der Urzeit her noch wirksamen wirklichen Rassen zu denken; man meint dabei vielmehr die Germanen, Kelten, Slawen usf., also