174 Das Militärbildungswesen in den vereinigten Staaten von Nordamerika
ebenbürtiges Mitglied des Dreibundes keineswegs darunter gelitten hat, daß sie also die innern Kämpfe sich austoben lassen darf. Die ganze moderne Agitationsschaumschlägerei, sei sie parteipolitischer oder nationaler Natur, kann dem festen Gefüge eines historischen Staatsbaues nicht so leicht etwas anhaben. Auch die neue Erschütterung durch die Wahlreform wird ohne tiefe Schädigung vorübergehn. Damit soll aber keineswegs gesagt sein, daß die dermaligen Zustände ohne Gefährdung des Ganzen in Ewigkeit fortbestehu konnten. Schon der Nachteil davon, daß so gut wie gar nichts geschieht, fällt schwer ins Gewicht. Durch die innern Kämpfe wird alle politische Kraft aufgezehrt, und dies geschieht in einer Zeit, in der die Weltinteresscn neu verteilt werden. Ohne dauernden Schaden kann diese Selbstausschaltuug aus dem Weltwettbewerb nicht bleiben, denn wer auf politischem Gebiete stehn bleibt, kommt zurück.
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Das Militärbildungswesen in den Vereinigten Staaten
von Nordamerika
l ie Garnison des Forts Leawenworth wird gebildet aus drei Infanterie»ataillonen, vier Eskadrons, je einer Batterie Feld-, Festungs- und Gebirgsartillerie sowie aus einem Detachement Genietruppen — im ganzen etwas über 2000 Mann. Etwas !sehr reich sind die Offiziersquartiere ausgestattet, doch auch für die Unterbringung der Mannschaft ist ganz ausgezeichnet gesorgt. Hohe, luftige Wohnräume, Speisesäle, Badeeinrichtungen usw. sind in großer und mehr als ausreichender Zahl vorhanden, die Offizierswohnungen mit den Amtsgebäuden bilden dabei den innern Kreis der Garnison; außerhalb liegen die Kasernen und die Stallungeu und das große Regimentsgefängnis.
Das Hauptinteresse im Fort Leawenworth konzentriert sich auf die militärischen Unterrichtsgebäude und auf das Studium, das hier getrieben wird. Was zunächst den Kursus der Infanterie- und Kavallerieoffiziere anlangt, so ist er von einjähriger Dauer. Vor einiger Zeit war eine Kommission eingesetzt worden, die prüfen sollte, ob der Unterricht nicht besser auf zwei Jahre ausgedehnt werden solle. Bei den Erwägungen über das Für und Wider einer solchen Verlängerung wurde jedoch schließlich der Entschluß gefaßt, es vorderhand bei dem einjährigen Kursus zu lassen. Die Aufnahme der Offiziere der genannten beiden Waffen in die Schule erfolgt auf Vorschlag ihrer direkten Vorgesetzten, und zwar wird von jedem Regiment ein Offizier namhaft gemacht, der ein Dienstalter von mindestens vier Jahren haben muß, doch