Bnrgenzauber
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aus dem Judentum wohl auch in einzelne christliche Kreise eingedrungen sei, die aber der Erlöserabsicht Christi direkt widerspreche; denn Christus sei nicht gekommen, die Ordnung der Gerechtigkeit aufzuheben, oder, wie er an einer andern Stelle sagt: das göttliche Gesetz ist nicht gegeben, um das menschliche abzuschaffen".
Bnrgenzauber
von Aarl Bader in Darmstadt
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on den Zinnen oder dem Umgang der Burg weitet sich Blick und Herz. Unten ungesehene Fernen erschließen sich dem staunenden Auge, entzückt gleitet es über Bache, Fluren und Seen und den grünen Wald, und des Dichters Ohr vernimmt auch wohl andächtig des nahen Klosters abendlich Geläut. Durch die offnen Fenster schaut in der Nische sitzend sinnend der Wandrer über geborstne Säulen und verfallne Hallen. Es ist still. Ein Grabstein gemahnt vielleicht in ernster Sprache an die Toten, die einst hier fröhlich die Sonne begrüßten in Freud und Leid. Kein Schwert erklirrt mehr, kein flüsternd Geständnis der Liebe, die dem Stahlpanzer zum Trotz den Weg ins Herz gefunden und dort verwundet hat, ertönt, nur die alte Linde rauscht eine wehmütige Weise von treuer Liebe, bitterm Todesschmerz und vergeblichem Versuch, hinter Klostermauern zu vergessen. Kein Lied und Harfenklang erklingen mehr zum Lobe der holden Frauen, kein Becher kreist in kühner Recken Runde.
Aber wie versöhnend tönt der Vöglein Zwitschern über Verfall und Ruinen der „schicksalsknndigen Burg", Staub und Totengebein, und
Blumen nicken von der morschen Mauer, Merklichen freundlich der Zerstörung Trauer, Und der fernen Vorzeit ernste Schauer Deckt Natur mit Bliiten zu.
Doch damit nicht genug! Wenn die Sonne sank, ist erst recht die Zeit, wo die Geister der Verstorbnen erwachen, wo um die mitternächtige Stunde wie mit einemmal Lichtschein Burg und Saal erhellt, schwer dröhnender Schritt von Gepanzerten ertönt, Hornruf von der Zinne erschallt, die weiße Frau umgeht, und unermeßliches Gold aus dem sich öffnenden Boden des Hofes gleißt und glänzt!
Wo in aller Welt gibt es aber auch ein fruchtbareres Feld für die köstlichen Blüten, die die deutsche Sage treibt, als dort oben oder am wellenumspülten Grunde der Wasserburg? Und wie üppig schoß sie empor!