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Über Moskau heimwärts
Schall. Die Weise, mit der er von der Zinne den Tag begrüßt, das Tagelied, ist ja geradezu eine besondre Gattung des Minnesanges geworden, und seine Klänge zeigen uns den Wächter, der als Hüter des Schlafes der Burgbewohner der treueste der Treuen sein sollte, auch in jener so eigentümlichen, aber hochpoetischen Stellung als Beförderer verbotner Minne, indem er den Ritter, der für des Burgherrn Frau in Liebe erglüht ist, einläßt und rechtzeitig an den Abschied gemahnt.
Über Moskau heimwärts
Reiseerinnerungen von Toepfer
ach einer viertägigen Fahrt läßt man sich ein paar Stunden Aufenthalt in einer so netten Stadt wie Orenburg gern gefallen. Nach Erledigung der Gepäckschwierigkeiten und Einrichtung einer ordnungsmäßigen Wache sausten wir zu Schlitten in die durch Pugatschoffs Aufstand gegen die zweite Katharina und als Tauschhandelsplatz für den innerasiatischen Handel einstmals so berühmte Vorstadt des Nussentums gegen Asien hin. Sie hat als Handelsplatz schon durch die mittelasiatische Eisenbahn ungemein verloren, und der große Tauschhof fünf Kilometer von der Stadt steht verödet. Noch kauft man preiswert seidne Tücher und dieses oder jenes orientalische Erzeugnis, aber den letzten Teil seiner Bedeutung wird Orenburg an die vorgeschobnen asiatischen Märkte abgeben, sobald der regelmäßige Verkehr zu den Staffeltarifen der russischen Eisenbahnen auf der neuen Strecke endgiltig eröffnet ist. So zeigt sich Orenburg jetzt als sehr anstündige Ausgabe des Typus der russischen Gouvernementshauptstädte, die sich besonders gut unter der schützenden, alle Unsauberkeit verhüllenden Schneedecke und mit dem regen Verkehr der bunten, ein-, zwei- und dreispännig gefahrnen Schlitten, der geschmückten, glöckchenbehangnen Trocken ausnehmen. Nur noch eine Moschee mit spitzem Minaret macht Zugeständnisse an den mohammedanischen Osten; wenige Kamelzüge erinnern an die schöne Zeit, in der sie das Monopol des Verkehrs hatten; große viereckige Kaufhöfe endlich erscheinen als verbesserte Karawansereien. Aber die fremdartigen Menschen haben dem Mushik Platz gemacht, der in seiner Stumpfnasigkeit mit dem unter dem umgestülpten Topf geschnittenen Haupthaar, dem Halbpelz oder dem wattierten Schoßrock mit buntem Kuschak, der viereckigen Pelzmütze und den langen Stiefeln auch kein übermäßig schöner Vertreter des Menschengeschlechts ist. Der arme Mushik, was hat er alles erdulden muffen, welch hoffnungsloses Mühen ist ihm durch die jeden Fortschritt hemmende Beiordnung bei der Aufhebung der Leibeigenschaft, durch die Aufhalsung der