Die Militärluftschiffahrt in ihrer gegenwärtigen Bedentung
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Aber auch die, die nicht aus eigner Erfahrung wissen können, wie es damit bestellt ist, sollten doch etwas psychologischen Sinn beweisen und sich bei ihrem eignen Verstände nach den Bedingungen der Existenz einer einflußreichen Kamarilla erkundigen. Wenn sie sich dann die Figur eines Herrschers, bei dein eine Kamarilla Aussicht haben kann, formen, so bekommen sie — und das werden auch die ärgsten Gegner unsers jetzigen Kaisers zugeben müssen — das genaue Gegenteil von Wilhelm dein Zweiten. Es ist doch wirklich mir ein kleines Quantum von Besinnung dazu nötig, um einzusehen, daß ein Herrscher von solcher Aufrichtigkeit, den, man gelegentlich sogar eine allzu große Selbständigkeit des Urteils vorwirft, der Leute aus den verschiedenste» Sphären und Interessengruppen kennt, spricht und unter seine Freunde zählt, der einen so weiten und offnen Kreis von Bekannten hat, kein geeignetes und bequemes Objekt für die Kamarilla bildet.
Wir glauben anch nicht, daß die Masse der Deutschen ihren Kaiser und den Begriff Kamarilla in Verbindung bringt. Der einfache Mann hat im Durchschnitt für diese psychologischen Dinge einen sichern Verstand. Wenn es aber doch so aussieht, als ob die öffentliche Meinung an eine Kamarilla glaube, so soll man sich dadurch nicht tauschen lassen. Öffentliche Meinung ist ein sehr verschiedendeutiger Begriff. Nicht immer ist das, was einzelne Leute schreiben, der Ausdruck dessen, was die andern Leute glauben. Man ist mehr einem Sensationsbedürfnis gefolgt als dem Drang, der öffentlichen Meinung Ausdruck zu geben. Die politische Wirkung dieser Kamarillahetze hat wohl keiner bedacht. In manchen Fällen wäre es jedoch besser, weniger auf Sensation und mehr auf die politische» Folgcu zu sehen.
^ie Militärluftschiffahrt in ihrer gegenwärtigen
Bedeutung
>ou den vielen Hilfsmitteln für das Nachrichtenwesen hat in der letzten Zeit keins einen solchen Aufschwung genommen wie der Luftballon, und die ausgedehnten Versuche, die in vielen Staaten und Armeen mit Fessel- uud Freiballons vorgenommen werden, , >» legen Zeugnis ab von der großen Bedeutung, die man diesem ^eobachtungsmittel für die Krieg- und Schlachtenführung zuwendet.
Den ersten Anlaß zur Benutzung von Luftballons gab der Deutsch- ^nzösische Krieg von 1870/71, und unmittelbar danach waren es Frankreich, England und schließlich Deutschland, die bahnbrechend auf dem Gebiete der uftschiffahrt vorgegangen sind. Infolge der englischen Erfindung, das zum Mllen nötige Gas in komprimiertem Zustande fertig in Stahlbehältern mitten ZU können, konnte der Fesselballon außer für die Festungen auch für