Die Beziehungen des Deutschen Reiches zu den Vereinigten Staaten von Amerika
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cis neue Handelsabkommen mit der Union hat unser Interesse, das in den letzten Monaten mehr mit europäischen Fragen, mit den Reisen des Königs Eduard, mit der Marokkoaffäre und mit den Vorbereitungen für die zweite Haager Konferenz beschäftigt war, wieder auf die Nene Welt gelenkt. Da das jetzige Provisorium mit den Vereinigten Staaten am 30. Jnni 1907 sein Ende erreichen wird, so War die Frage der Regelung unsrer kommerziellen Beziehungen zu ihnen in ein akutes Stadium getreten. Daß aber auch unser politisches Verhältnis davon abhängig ist, steht fest, denn die Zeiten, wo man wirtschaftliche und Politische Freundschaft ganz voneinander trennen konnte, sind längst vorüber.
Das Thema der Handelsbeziehungen zur Union hat weder im Reichstage noch iu der Presse zu besonders lebhaften Erörterungen Anlaß gegeben, da allmählich die Erkenntnis bei uns durchgedrungen ist, daß Rvosevelts Regierung uns alles gewähren will, was in ihren Kräften steht. Auch die Konservativen haben sich im allgemeinen dieser Einsicht nicht verschlossen, und auf dem letzten Delegiertentage der deutschkonservativen Partei ist erfreulicherweise von zwei Rednern mit Nachdruck erklärt worden, daß die Konservativen, keineswegs, wie ihre Gegner behaupteten, einen Zollkrieg mit den Vereinigten Staaten anstrebten, sondern nur verlangten, daß bei dem neuen Handelsabkommen die Interessen uusrcr heimischen Landwirtschaft gewahrt würden. Erleichtert wird den Konservativen diese Stellungnahme durch das ihren Wünschen in jeder Weise entsprechende Verhalten des Fürsten Reichskanzlers. Nur wenige Konservative haben im Reichstage gegen das Abkommen gestimmt.
Welche Bedeutung man immer den Einkreisnngsversuchen des vielreisenden britischen Herrschers bciiiiessen inag, die von dem groszen?,Teil unsrer Presse sehr Grenzboten II 1907 . 70