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Der Handel der einzelnen Brasilstaaten
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Deutschland in französischer Beleuchtung

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hat. Sieht man von dieser Verteilung der Importwaren von gewissen Zentral- Pnntten aus über das Land ab, so ist im übrigen die Abgrenzung der Handels­zonen ungefähr dieselbe wie bei der Ausfuhr. Wären für den innern Waren­verkehr Statistiken vorhanden, so könnte das deutlicher skizziert werden.

Bemerkenswert ist die günstige Handelsbilanz Brasiliens. Es wurde in allen Jahren viel mehr ausgeführt als eingeführt. 1905 hat sich der Gesamt- handelsverkehr auf einen Wert von annähernd anderthalb Milliarden Mark er­hoben. Davon entfielen über 240 Millionen auf den Verkehr mit dem Deutschen Reiche. Diese Zahlen geben einen Begriff von der Bedeutung, die Brasilien im Konzerte der Welthandel treibenden Nationen erworben hat.

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uret hat sein Hauptaugenmerk auf Industrie, Handel und See­schiffahrt gelenkt und ist unermüdlich tütig gewesen, alle technischen Einrichtuugeu dieser drei Gruppen des deutschen Erwerbslebens zu besuchen und die maßgebenden Persönlichkeiten auszufragen. ! Seltsamerweise scheint er landwirtschaftliche Betriebe nicht besucht zn haben, und doch sollte ihm von seiner amerikanischen Studienreise her bekannt gewesen sein, daß auch die deutsche Landwirtschaft einen Weltruhm genießt. Ist doch kaum ein Professor der zahlreichen landwirtschaftlichen Hochschulen der Vereinigten Staaten zu finden, der nicht auf deutschen landwirtschaftlichen Schulen sein Wissen erlangt hätte. Ohne die Blüte der deutschen Landwirt­schaft würde der Aufschwung der deutschen Industrie undenkbar sein, denn so wichtig auch der Export sein mag, viel wichtiger ist der innere Konsum, der mehr oder minder von der Kanfkraft der landwirtschaftlichen Bevölkerung abhängt.

Der Industrie widmet Huret viele zum Teil sehr lehrreiche Kapitel. Dabei ist ihm aufgefallen, daß in Deutschland viel weniger Arbeit sparende Maschinen verwandt werden als in den Vereinigten Staaten. Als Gründe habe ihm Herr Thyssen junior angegeben, daß die Arbeitslöhne dort so viel höher wären, daß die Amerikaner also ein Interesse daran hätten, die teure Handarbeit möglichst auszuschalten, anch wenn die dazn notwendig werdenden Maschinen sehr kostspielig wären, während sich hier im Gegenteil die zu komplizierten Maschinen nicht bezahlt machen würden. Man sieht auch an diesem Beispiel, daß sich nicht alle amerikanischen Arbeitsmethoden ohne weiteres bei uns einführen lassen, wie es so viele Herren, die ein paar Monate drüben gewesen sind, in ihren Reiseberichten glauben machen möchten. Die Amerikaner können außerdem schon ans dein Grunde mehr Maschinen ver­wenden als wir, weil die Kohle infolge der geringen Tiefe, in der sie dort

Grenzten II 1907 45