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Der Kleine Napoleon :
(Schluß)
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

Drei Paar grobe Stiefel setzten sich zugleich in Bewegung. Es polterte, als sie hinausliefen. Und sie lachten und pufften sich und warfen die jungen Köpfe.

Und der Student fand ein dummes zärtliches Liebeswort für die Schwestern. Lauft, sagte er, ihr Schweinsknöchelchen! Da rissen die Mädchen den Mund weit auf vor Lachen.

Dabei vertiefte sich Magdalenerichs Wangeugrübchen zum Entzücken, und Hele- nerichs Kiungrübchen hatte nie so einzig schiin und lockend ausgesehen, so tief hinein gemeißelt wie jetzt, in dem strahlenden, geröteten, kindlichen Jungfrauengesicht

Die Tante sah aus dem Fenster nach dem regendunkeln Erdreich, nach den Formen und Farben, die alle, welcher Art sie auch sein mochten, ins Bräunliche hinüber schattierten. Die Luft war feucht, eine Wachse- und Werdeluft.

Dann ging sie au den Glasschrank, machte auf und schob an den Gläsern und Tassen.

Znletzt drehte sie sich herum und nahm mit stillen, freundlichen Blicken die Stube in Augenschein.

Mitten auf dem Sofa stand ein großes, länglich hohes Kissen in sanften Farben. Es war mit einer geschweiften Obergarnitur versehen, die ihm das Aussehen gab, als wehre es mit den Armen, daß ihm niemand den Platz verkürze.

In dem hochmütigen Kissen steckte auch ein wenig von dem Geist des kleinen Napoleon. Die Tante nahm es lächelnd vom angestammten Platz, lehnte es gegen die Seitenwand, nnd nun sah es ganz geruhsam aus, als lade es das müde Haupt ein, sich darauf zu betteu.

So freute sich die Tante weiter an jedem Stück, daß es gebührlich auf seinem alten Platze stand, die Nohrlehnstühle, die Schränke, die Bilder au den Wänden. Und eine bebende, dankbare Freude erfüllte ihr Herz, das; auch sie wieder hier war, daß sie sich zurückgefunden hatte, hierher auf ihren Posten zu Gundermanns.

Die uuvernüuftigeu, kranken Sehnsuchts- und Hochmutsgefnhle waren verflogen, und eine starke, sonnige, sanfte Herbststille hatte von ihrem ganzen Wesen Besitz ergriffen, daraus der kleiue Napoleon, der Aufrührer und Gewaltmensch, für immer entwichen war.

Maßgebliches und Unmaßgebliches

Reichsspiegel. (Das Vorspiel der Haager Konferenz.)

Je mehr die innerpolitischen Fragen infolge der Osterpcmse in den Hinter­grund treten, desto mehr wendet sich die Aufmerksamkeit dem Vorspiel der Haager Friedenskonferenz zu. Noch vor acht Tagen fehlte es an jeder sichern Unterlage für eine feste Stellung der öffentlichen Meinung. Zwar unterlag es bei allen aufrichtigen und realpolitisch denkenden Leuten keinem Zweifel, daß sich Deutschland in der Aus­gestaltung seiner Wehrkraft keine Beschränkungen seines freien Willens auferlegen lassen könne. Auch ist wohl niemand ernstlich auf den Gedanken gekommen, ein deutscher Kaiser aus dem Hohenzollernhause oder sonst ein deutscher Bundesfürst oder ein verantwortlicher deutscher Staatsmann könne die gute Waffelnüstuug unsers Vaterlandes leichtfertig preisgeben, um einer Utopie Unterstützung zu gewähren. Aber es gibt weite Kreise bet uns, die durch den Einfluß einer gutgemeinten, aber sehr schädlich wirkenden Bearbeitung der öffentlichen Meinung künstlich nervös gemacht worden sind, und diese standen unter dem Eindruck, daß die Haager Konferenz