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Tänzelfritze : (Fortsetzung) 4
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Maßgebliches und Unmaßgebliches

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liehen, dies nach außen wie etwas ganz Natürliches und Selbstverständliches hinzu­nehmen. Er, der selbst in den zärtlichsten Minuten niemals auch nur im entferntesten ehrenhafte Absichten auf Wine gehabt, sie gar nicht zu heiraten beabsichtigt hatte, ließ jetzt nicht den Schatten eines Erstaunens und kaum einen mäßigen Dank merken, weil es ihn unklug gedünkt hätte, damit vielleicht zu verraten, daß ihm durch Malwine Reichhardt ein gar nicht zu erwartendes Gnadengeschenk geworden war. Hätte schon der Tänzelfritze niemals eine ihm vom Schicksal und wäre sie noch so beschämend unverdient gewesen in den Schoß geworfne Frucht zurückgewiesen, so tat das derarme, zum Krüppel gemachte" denn er bemitleidete sich selbst so grenzenlos gewiß noch weit weniger.

Reichsspiegel. (Rückblick auf die Generaldebatte zum Etat. Weitere Reichs­tagsverhandlungen. Fürst Bülow und Graf Posadowsky.)

Acht Beratungstage hat die erste Lesung des Etats im Reichstage in Anspruch genommen. Es ist nun einmal das Schicksal dieser Generaldebatte, daß alle Ver­suche, sie in gewissen Schranken zu halten, in der Regel scheitern. Der parlamentarische Gebrauch hat das Recht geheiligt, bet dieser Gelegenheit über alles zu sprechen, was überhaupt den Gegenstand der Besprechung im Parlament bilden kann, und darunter stehen die Eindrücke des soeben überstandnen Wahlkampfs meist obenan. Es ist eine offenbare Zeitvergeudung und somit eine Unart, doppelt zu verurteilen, wenn die vorschreitende Jahreszeit den Reichstag veranlassen sollte, mit den Stunden zu geizen. Aber die Kampfstimmung und der Wetteifer der Parteien lassen immer wieder neue Redner erstehen, deren Entsagungskraft selten so weit reicht, daß sie ruhig gelten lassen oder gar als erschöpfend anerkennen, was ein andrer vor ihnen gesagt hat. So gelangte die Debatte immer wieder zu demselben Punkt zurück, den neuen Parteibeziehungen, die seit der Reichstagsauslösung vom 13. Dezember hergestellt worden sind.

Vom Etat sprach man dabei möglichst wenig, obwohl die Kritik der eigen­tümlichen Finanzverhältnisse des Reichs unendlich wichtiger gewesen wäre als die Erörterung der Erfahrungen aus dem Wahlfeldzuge. Wieder tritt die Überlastung der Einzelstaaten des Reichs mit ungedeckten Matrikularbeiträgen in starker Weise hervor, ein Beweis, daß die Reichsfinanzreform zwar eine Besserung, aber keine Heilung unsrer finanziellen Schäden im Reich herbeigeführt hat. Dabei haben die Einnahmen für das Rechnungsjahr 1905 die Erwartungen weit übertroffen, und auch für 1906 erwartete man ein günstiges Ergebnis. Aber die Anforderungen an die finanzielle Leistungsfähigkeit des Reichs sind ebenfalls gestiegen. Ein Trost liegt zwar darin, daß viele Unzuträglichkeiten in dem Zustande der Reichsfinanzen noch aus der Vergangenheit stammen, und daß Ausficht auf allmähliche Besserung besteht. Aber wir haben andrerseits die Erfahrung machen müssen, daß jeder Reformversuch bisher immer den stärksten Widerständen begegnet ist, ja daß man solche Versuche grundsätzlich mit Bestrebungen verquickt hat, die dem eigentlichen Zweck der Reform direkt entgegenarbeiten. So hat das Zentrum seinerzeit die Flottenvorlage mit jener Bestimmung beschwert, wonach zur Bestreitung der Kosten Grenzboten I 1907 77

(Schluß folgt)

Maßgebliches und Unmaßgebliches