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Die baukünstlerische Erziehung des Publikums
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Ratholische Belletristik und Publizistik

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Demonstrationen, Führungen nnd Vorträgen über das grundlegende Wesen der Architektur als organisches Raumgebilde, über die Besonderheit jeder Aufgabe, über die Eigenart des Materials, die technischen Fortschritte und Erfindungen neuer Baustoffe, endlich über den Zusammenhang dieser lebendigen Baukunst mit den andern Künsten und Gewerben. Kaum eiu Gebiet menschlicher Tätig­keit wäre dann zu nenueu, das uicht in irgendeinem lebendige», Kontakt mir einer solchen, aus dem Leben der Nation herausgewachsnen Baukunst stünde. Auch die Malerei, die das Ausstelluugswesen fast allein beherrscht, stünde im Zusammenhange mit der Architektur, gleichsam als Architekturglied in einem viel vorteilhaftem Lichte dn und würde in diesem Znsammenhang viel inniger mit dem Leben zusammenwachsen. Eine unendlich reiche fruchtbare Arbeit des täglichen Ideenaustausches, bei dem uicht nur das Publikum, sondern auch die Baukunst zu gewinnen hat, liegt vor. Sie müßte sich auch die Schule erobern, um von den untersten Klassen an neben der schematischen Raumlehre als Geometrie die künstlerische Raumlehre, als Baukunst das bereitwillig aufnehmende Verständnis der Jugend zu befruchten. Aber neben der baukünstlerischen Er­ziehung des Publikums ist auch die Erziehung des Bauiuustlers ein Problem, das ich nächstens behandeln werde. Das Publikum wird die bautünstlerischc Erziehung nicht von jenen Meistern empfangen, die den Begriff von Architektur als einer Häufung von mehr oder weniger scheinbaren Fassadenmotiven erhärtet habeil. Für die baukünstlerischc Erziehung und Entwicklung ist der Gedanke entscheidend, daß die Architektur in dieser Form überwunden werden mnß.

Katholische Belletristik und Publizistik

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vr einiger Zeit habe ich in den Grenzboten eines Romans von Achleitner in nicht eben freundlicher Weise gedacht. In einer katholischen Literaturzeitschrift wurde dazu bemerkt: Achleitner gegenüber hätte ich ja nicht gerade Unrecht, aber man dürfe von ihm nicht auf die heutige katholische Belletristik schließen; es gebe bessere Sachen. Der Verfasser des Ärtikelcheus schickte es mir. und ich er­widerte: außer dem Buche von Achleitner hätte ich seit dreißig Jahren keinen katholischen Roman mehr zu Gesicht bekommen; leider Hütte ich auch keine Ge­legenheit, solche kennen zu lernen, und würde, wenn es der Fall wäre, wenig Zeit dafür übrig haben. Darauf war der Herr so freundlich, mir ein Paket katholischer Zeitschriften und Broschüren zu schicken. Die Sachen haben einige Monate unberührt dagelegeu, dann aber fiel mir ein: du könntest daraus einiges den Grenzboten mitteilen. Diese arbeiten doch an einer Verständigung zwischen den Konfessioneil, und dnzu gehört, daß man einander auch ans diesem