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Fünfzig Jahre deutscher Schiffahrt
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Die baukünstlerische Erziehung des Publikums

8 als Truppentransportschiffe und 2 als Lazarettschiffe verwandt werden können, dem Reiche zur Verfügung.

Die Dampferflotte des Norddeutschen Lloyd ist heute zu so gewaltiger Große herangewachsen, daß er die zweitgrößte Reederei der ganzen Welt ist. Er besitzt 395 Schiffe mit 754441 Bruttoregistertonnen und 571670 Pferde- kräfteu. Seine Dampferlinien laufen fast alle wichtigen Hafenplätze der ganzen Welt an. Zu den schon genannten Linien kamen in den letzten fünfzehn Jahren noch folgende hinzu: 1891 die Schnelldampferlinie Genua-Gibraltar-Newyork; 1904 die Linie Marseille-Neapel-Alexandrien; 1905 drei Frachtdampferlinien (Bremen-Australien, Bremen-Philadelphia-Savanncch und Braila-Galatz- Genua) und 1906 die gemeinsam mit der Deutschen Levantelinie betriebne Deutsche Mittelmeer-Levantclinie. Daß ein Betrieb von dieser gewaltigen Aus­dehnung, der in der Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens wie der Weltwirtschaft überhaupt ein so wichtiger Faktor ist, in den fünfzig Jahren seines Bestehens allezeit in echt nationalem Sinne geleitet worden ist, ist eine Tatsache, deren wir Deutschen uns ganz besonders freuen dürfen.

_ w. hochstetter

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Die baukünstlerische Erziehung des Publikums

von Joseph Aug. Lux

i er im Frühsommer des Jahres 1896 in London abgehaltene Archi­tektenkongreß hatte über diese Angelegenheit zu beraten. Es war «zwar nicht zu erwarten, daß eine vielköpfige unpersönliche I Kommission von Fachmenschen entscheidend in einer Sache wirken _I kann, die Temperament und unzünftlerisches Denken voraussetzt. Es ist aber immerhin ein Verdienst, daß eine solche Aufgabe zur Sprache gebracht und dadurch freiwillige Mitarbeit angeregt wurde. Unter den Architekten selbst genießt dieses Thema kein hohes Ansehen. Sie meinen, daß gute Archi­tekturen durch ihr bloßes Vorhandensein die baukünstlerische Erziehung des Publikums allein bewirken. Wenn das wahr wäre, dann hätte unsre Zeit nicht über den allgemeinen baukünstlerischen Niedergang zu klagen. Das Interesse des Volkes ist nnerläßlich für eine gute Baukunst. Baukunst ist durchaus uicht ausschließlich Angelegenheit des Fachmannes. Sie ist vielmehr der Nieder­schlag herrschender Gesinnungen und Bedürfnisse. Auch der Fachmann ist nur ein Produkt der Allgemeinheit. Das Ungewöhnliche ist geradezu Regel, daß die Erneueruug einer Kunst gewöhnlich von Leuten herbeigeführt wird, die außerhalb des Faches stehen. Wenn dem Publikum die Augen geöffnet werden über die schreienden Mißstände der herrschenden Architektur, dann wird auch die Baukunst im allgemeinen besser werden. Hier muß das Wort helfen. Erst