Am Fuciner See
199
Verhältnisse durch die geringere Höhe verursacht worden sind, an die der Meister durch den vorhandnen gotischen Scmlban gebunden war. Die Fensterbildung, von der Hofmann behauptet, sie stehe den andern Werken Francescos weit näher als die Urbiner von der Hand Lauranas, findet sich ganz ähnlich an der nordöstlichen Ecke des Urbiner Schlosses (an der Piazza Duca Federigo) und am Palazzo Prefettizio in Pesaro. Wäre Francesco di Giorgio wirklich der Meister des Palasthofes in Gubbio gewesen, so hätte er im ganzen wie in den Einzelheiten den Lcmrana in der weitestgehenden Weise kopiert. Wie aber vertrüge sich dies mit folgenden Sätzen Hofmanns: „Eines aber wollen wir Francesco hoch anrechnen, daß er sich gelegentlich in seinem Schriftwerke über Plcigiare (Nachahmen) in der Baukunst beklagt. Das ist ein goldnes Wort, ganz in jenem Geiste der Hochrenaissance gesprochen, der allein zur Meisterschaft in der Blüte geführt hat!"?
Nach der Schilderung der baulichen Bestände werden in den Kapiteln „Tektonik" und „Formenwertung" die Eigentümlichkeiten aufgezeigt, nach denen sich die Erstwerke der Hochrenaissance von den Werken der Frnhrenaissance unterscheiden. Zur Beobachtung gewisser Feinheiten in der Formgebung sind zweckmüßigerweise einige Einzelheiten von wichtigen Bauten der Florentiner Quattrocentisten in guten Lichtbildern zum Vergleich geboten. Ein eigner, von Professor Dr. Breitfeld bearbeiteter Abschnitt gibt Aufschluß über die Steinmaterialien. In den Schlußkapiteln „Zeitgenossen und Hilfskräfte" und „Nachfolger und Schulen" wird dann der Einfluß Lauranas auf die Blütezeit erörtert, knapp, klar und treffend. Lag auch das Übergewicht, das die urbinatische Bauschule durch Bramcmte und Naffciel in Rom zunächst über die florentinische Richtung gewann, in den Persönlichkeiten, so ist doch deren Wachsen und Heranreifen — mit dieser glaubhaften These entläßt nns der Verfasser — in entscheidender Weise vorbereitet worden durch Jugendeindrücke, Anregungen und Lehren, die sie dem Meister des Schloßbaues in Urbino, Luciano da Laurana, zu verdanken hatten. »^-««^«.«»-M ^' breiter
Am juciner See
von Alexander Rumpelt
2
zuerst galt es die römischen Wasserbauten vom Seebecken zu trennen. Dies geschah durch einen langen Damm. Nach achtzehn Monaten begann die Durchbohrung des Monte Salviano, des Bergrückens zwischen dem See und dem Liristal. Der Fürst I wollte den ganzen See trocken haben. Deshalb begnügte er sich nicht wie Claudius mit einer Weite von Quadratmetern, sondern legte den Kanal 20 Quadratmeter haltend und zugleich in einer größern Tiefe an. So wurde er mit 6300 Metern auch 700 Meter länger als das
MIM M
-ssW